Jüchen (NGZ). Wegen eines Defekts am Hubboden bleibt das Hallenbad an der Stadionstraße zu. Wie lange die Reparatur dauert, ist unklar. Im Herbst soll das marode Bad schon wieder – für sechs Monate – schließen. Eine Sanierung steht an.
Da bewegte sich nichts mehr: Trotz Knopfdruck regte sich der Hubboden im Schwimmbecken nicht, wollte partout nicht von 1,80 Meter Tiefe auf die gewünschten 1,20 Meter steigen. "Ein Defekt an der Mechanik. Wir mussten das Bad daraufhin schließen", erklärt Ralf Segschneider, Fachwart Schwimmen im Turnverein Jüchen. Der TV betreibt das Hallenbad.
Der Defekt hat Folgen: Das Schulschwimmen am Gymnasium, an der Realschule und drei Grundschulen fällt ebenso aus wie das Vereinsschwimmen und der öffentliche Badebetrieb. "Am Wochenende haben meine Frau und ich fünf Stunden telefoniert, um den Kursusteilnehmern Bescheid zu geben", schildert Segschneider.
Da die Gemeinde Jüchen und der TV Jüchen noch nicht sagen können, wie lange die Reparatur des Hubbodens dauert, hat der Verein eine Hotline eingerichtet: Neue Informationen gibt es im Internet unter 02165-8719801. Wer mehr über den TV Jüchen erfahren möchte, ist unter www.tvjuechen.de richtig.
Das Wasser im Becken wurde abgelassen, um den Bereich unter dem Hubboden zu begutachten. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, steht noch nicht fest. "Wir haben ein Angebot zur Reparatur angefordert", so Gemeindesprecher Norbert Wolf. Die Gemeinde ist Eigentümerin des Bades. "Dauert die Reparatur länger, überlegen wir, den Hubboden für den Übergang auf einer bestimmten Höhe festzusetzen, sofern dies technisch möglich ist", so Wolf.
Bei der derzeitigen Wassertiefe von 1,80 Metern können Nichtschwimmer nicht ins Becken. "Eigentlich stand die Wartung des Hubbodens in den Weihnachtsferien an, wurde dann wegen der geplanten Sanierung verschoben", sagt Segschneider. Er hofft, dass die Reparatur "nur ein bis vier Wochen dauert. Sonst suchen wir Ausweichmöglichkeiten in Hochneukirch, Grevenbroich und Mönchengladbach."
Die dürfte der TV sowieso benötigen, denn nach den Sommerferien sitzen die 300 Schwimmer des Vereins erneut auf dem Trockenen. Das Hallenbad soll etwa ab September für sechs Monate geschlossen und aufs Energiesparen getrimmt werden. In dieser Hinsicht entspricht der Bau – von der Fassade bis zu Fenstern mit Einfachverglasung – weitgehend dem Baujahr 1974.
910.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II und 100.000 Euro Gemeindemittel stehen zur Verfügung. Doch nicht alles Wünschenswerte ist finanzierbar. "Die Arbeitsgruppe Bad erarbeitet derzeit mit einem Fachingenieurbüro den vorrangigen Sanierungsbedarf und die Kosten. Die Gemeinde befindet sich mitten im Geschäft", sagt dazu Wolf. Anfang des Jahres waren die Pläne bereits abgespeckt worden: Ein Planschbecken wird es ebenso wenig geben wie eine Cafeteria.
Für den TV Jüchen wird die Umbauphase "auf jeden Fall eine schlimme Zeit", so Ralf Segschneider, der Mitgliederverluste befürchtet. "Aber ich sehe ein, dass das Bad saniert werden muss."
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