Jüchen (NGZ). Sie sorgt in Holz für erhitzte Diskussionen: die an der Straße Am Fusseloch errichtete Mehrzweckhalle. Anwohner Josef Roebers hat sich bei Gemeinde, Kreis und Bezirksregierung bereits beschwert. Der Bau ist jedoch rechtens.
Der Ärger kocht jeden Morgen aufs Neue hoch, sobald Josef Roebers die Rollladen in seinem Bungalow an der Straße "Am Fusseloch" hochzieht. Der Blick aus dem Küchenfenster fällt direkt auf eine Mehrzweckhalle. Grau und trist ragt der Bau in die Höhe, böse Zungen könnten von "Industriegebiet-Atmosphäre" reden. "Ich habe zunächst nicht glauben können, dass man uns diesen Klotz direkt vor die Nase setzt", klagt Josef Roebers. "Jetzt steht das Gebäude da, ohne Begrünung und ohne Fenster. Ein solcher Empfang ist für jeden, der unseren Ort besucht oder hier wohnt, total daneben."
Zusatz-Beschwerde
Lärm Josef Roebers klagt auch über Lärmbelastung. Diese entstehe, wenn der Landwirt die Geräte und Maschinen aus seiner Halle hole. Mitunter sei dies spätabends der Fall. Darüber hat er sich bei der Bezirksregierung beschwert.
Schreiben Die Bezirksregierung hat den Landwirt an immissionsrechtliche Auflagen erinnert.
Immer wieder über Bau beschwert
Der 77-Jährige ist vor allem wütend auf die Verwaltung. Bei den Umsiedlungsgesprächen sei zugesichert worden, dass im neuen Ort nichts ohne Zustimmung passieren würde. Schriftlich hat Josef Roebers dies allerdings nicht. "Von einer solchen Halle war nie die Rede. Plötzlich wurde sie dann gebaut", sagt er. Drei Jahre ist das nun her, seither ärgert sich der Anwohner jeden Tag. Genutzt wird die Halle als Lager: Ein Landwirt aus dem Umsiedlungsgebiet bewahrt dort seine Maschinen und Geräte auf.
Immer wieder hat sich Josef Roebers über den Bau bei Kreis und Gemeinde beschwert. "Hätte ich gewusst, dass an dieser Stelle eine solche Halle errichtet wird, hätte ich mein Grundstück nie und nimmer genommen, sondern eine Alternative gesucht", stellt er klar. Seine Beschwerden aber blieben erfolglos. Nach Paragraf 5 der Baunutzungsverordnung sei der Bebauungsplan Nummer 042 "Umsiedlung Holz" nicht zu beanstanden. Darauf weisen verschiedene Schreiben der zuständigen Behörden hin. Die Bauaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf teilt mit, dass die "beanstandete landwirtschaftliche Mehrzweckhalle planungsrechtlich im durch Bebauungsplan festgesetzten Dorfgebiet zulässig" ist.
Den Ärger der Anwohner dämpft das nicht. "Ich stehe ja nicht alleine da. Viele Anwohner teilen meine Meinung", sagt Josef Roebers. Er lässt seinem Unmut mit zum Teil deutlichen Worten freien Lauf. "In Holz dürfen sich nun Generationen an diesem Schandfleck erfreuen."
Anwohner befürchtet Wertverlust
Den Wertverlust für sein Grundstück beziffert Roebers auf zehn bis 15 Prozent. Die Gemeinde widerspricht dieser Schätzung in einem Schreiben. "Ein Wertverlust der Immobilien im Umfeld der Mehrzweckhalle ist nicht zu erkennen", heißt es darin. Josef Roebers bezweifelt das. "Ich bin von der Verwaltung ohnehin enttäuscht."
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