Jüchen (NGZ). Hochneukirch (NGZ) Beim Schützenfest des 1890 gegründeten Heimatvereins Hochneukirch steht eine Premiere ins Haus: Mit Ralf Kremer wird nämlich erstmals ein Schwarzer Husar als König regieren. Den „alten“ Schwarzen Husaren von 1951 gelang dieses Kunststück in ihrer bis 1965 währenden, aktiven Zeit überhaupt nicht.
Ihre Nachfolger brauchten dann immerhin 32 Jahre, bis bei der Pfingstkirmes Ende Mai Ralf Kremer ein neues Kapitel in der Zuggeschichte aufschlug. Ab Samstag regiert er gemeinsam mit seiner Frau Anja. Die Regierungsgeschäfte wird General Hans-Hubert Janhsens als Ministerpräsident führen.
Mit Böllerschüssen und Glockengeläut wird das Fest am Samstagnachmittag eröffnet. Um 18.30 Uhr nimmt Hans-Hubert Janhsens das Regiment ab, ehe die Truppe zur Königsresidenz marschiert, wo der Königsmai gesetzt wird. Nach einer Serenade aller beteiligten Musiker geht es dann weiter zum Festzelt, wo um 20 Uhr der Königsball beginnt, bei dem die Band „For you“ den musikalischen Part übernimmt.
Zunächst sind indes das Bundessschützen-Tambourkorps Hochneukirch, die Jägerkapelle Hochneukirch und der Musikverein am Zug: Nach ihrem gemeinsamen Auftritt folgt eine Ansprache von Präsident Franz Coumans, ehe die Tanzfläche zunächst Ralf und Anja Kremer und dann auch den anderen Königspaaren der befreundeten Vereine gehört.
Nach dem sonntäglichen Gottesdienst und der Kirchenparade folgt am Ehrenmal die Toten- und Gefallenenehrung. Zu den Höhepunkten des Schützenfests zählt der Historische Festzug am Nachmittag, der mit einer Parade vor dem alten Rathaus ausklingt. Ab 18 Uhr ist im Festzelt auf dem Adenauerplatz dann Partytime angesagt.
Montags holen die Schützen ihre Holzschuhe aus dem Schrank: Nach einem Umtrunk beim König (10.30 Uhr) folgt die Klompenparade vor dem Rathaus. Ab 12 Uhr wird im Zelt der Klompenball gefeiert, bei dem noch zwei Stunden lang Klompenkönig André von Blumethal und Königin Heike das Zepter schwingen, ehe ein neues Klompenkönigspaar gewählt wird.Am Dienstag werden ab 12.30 Uhr wieder „hungrige Mäuler“ gestopft: Der Heimatverein schenkt „Nökkerscher Erbsensuppe“ aus, bei der das Schützenfest gemütlich ausklingt.
Schützenfeste werden schon seit vielen Jahren in Hochneukirch gefeiert. Seit wann, ist nicht überliefert. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1574: In einer Polizeiordnung wurden Schützenfeste und deren übliche Gelage für einige Jahre verboten.
1585 wurde die „Beata-Maria-Virginia“-Bruderschaft gegründet, die in den folgenden Jahrhunderten zunächst in „Jesu-Maria-Josef“-Bruderschaft und später in „St. Sebastianus“-Bruderschaft umbenannt wurde. Sie durchlebte im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer wieder jahrelangen Stillstand des Vereinslebens. Seit 1935 ist sie nicht mehr in Erscheinung getreten.
Im Jahr 1890 wurde der Katholische Bürgerschützenverein gegründet, der mit der Bruderschaft viele Veranstaltungen organisierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann der Heimatverein gegründet. Toni Meuser, der 1939 Schützenkönig wurde, jedoch wegen des Kriegsausbruchs nicht regieren konnte, erklärte sich bereit, im Jahr 1950 als erster Regent nach dem Krieg das Königssilber anzulegen.
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