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Jüchen: „Ich bleibe auf jeden Fall in Jüchen“

zuletzt aktualisiert: 23.04.2008 - 21:30

Jüchen (NGZ). Jüchen Pfarrer Ulrich Clancett soll neuer Regionaldekan von Mönchengladbach werden. Am Mittwoch Abend sprach sich in der Mönchengladbacher Münsterkirche die „Wahlversammlung zur Bestellung des Kandidaten für das Amt des Regionaldekans“ für den 43-jährigen Jüchener Pfarrer aus.

Soll Regionaldekan für Mönchengladbach werden: Pfarrer Ulrich Clancett. Foto: NGZ
Soll Regionaldekan für Mönchengladbach werden: Pfarrer Ulrich Clancett. Foto: NGZ

Dies ist die Voraussetzung für die nun folgende, offizielle Ernennung durch den Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. NGZ-Mitarbeiter Sebastian Meurer sprach mit Ulrich Clancett über dessen neue Aufgaben und die Auswirkungen auf seine bisherige Arbeit in Jüchen.

Pfarrer Clancett, anlässlich der Bildung von Verwaltungsszentren haben Sie vor einiger Zeit über ihren Vorgänger Albert Damblon gesagt, dass er jetzt wohl kaum noch Zeit haben werde, eine Messe zu lesen. Wie steht es nun mit Ihnen ?

Ulrich Clancett Das neue Amt bringt eine Menge Arbeit mit sich, aber natürlich werde ich auch dann noch die Zeit haben, die Messe zu lesen.

Können Sie den zusätzlichen Arbeitsaufwand bereits abschätzen?

Clancett Das ist ganz schwer, zumal darüber nachgedacht wird, auch die Strukturen des Amts zu verändern. Was etwa die vom Regionaldekan zu besuchenden Leiterkonferenzen der Gemeinschaft der Gemeinden angeht, bin ich ja sowieso schon immer dabei gewesen.

Nicht wenige Pfarrer klagen über ein Übermaß an Verwaltungsaufwand. Bleibt angesichts dessen noch genügend Zeit für die seelsorgerliche Tätigkeit?

Clancett Ich klage da nicht so laut drüber: Verwaltung mag ein nötiges Übel sein, aber sie ist nun einmal nötig und muss auch gut gemacht werden. Hinzu kommt, dass sich das Pastorale von der Verwaltung nicht so scharf trennen lässt. Auch hier müssen viele Gespräche geführt werden - und das ist dann auch wieder ein Teil der Seelsorge. Hinzu kommt, dass sich die Verwaltungstätigkeit eines Regionaldekans in Grenzen hält. Ich werde nicht jeden Tag nach Mönchengladbach fahren. Einen Tag oder einen Vormittag in der Woche wird der Regionaldekan natürlich in seinem Büro in Mönchengladbach sein. Ansonsten lässt sich Vieles mit Hilfe der modernen Kommunikationstechnologien erledigen.

Fest steht also, dass Sie in Jüchen bleiben?

Clancett Ich bleibe auf jeden Fall in Jüchen.

Gibt es neue Mitarbeiter zur Entlastung?

Clancett In der Tat ist angedacht, dass hier in Jüchen ein zusätzlicher Mitarbeiter für die Pastoral eingesetzt wird. Ob es ein Kaplan, Subsidiar oder Gemeindereferent sein wird, ist noch offen. Ich hoffe jedenfalls , dass zur Entlastung ein Priester kommt.

Noch in diesem Jahr?

Clancett Auf jeden Fall noch in diesem Jahr. Vor oder nach den Sommerferien dürfte es wohl so weit sein.

Das im Bistum Aachen zurzeit am heißesten diskutierte Thema ist wohl die von Bischof Mussinghoff angekündigte Gemeindefusion: Der Diözesan-Katholikenrat hat sich kürzlich gegen diese Pläne ausgesprochen. Wie ist Ihre Meinung ?

Clancett Sorgen sind verständlich, aber es wird ja keine Gemeinde aufgelöst. Wenn wir unsere Nachbarregion Heinsberg sehen, haben die hauptamtlichen Mitarbeiter dort die Fusionspläne kritisiert, weil sie ihnen nicht weit genug gehen. Man kann nicht einfach sagen, dass alles Mist sei, was aus Aachen, kommt. Mann muss sich vielmehr auch die Mühe machen, sich das genau anzusehen. Es ist eine Wahrheit, die sehr unbequem ist und die der Bischof bei den Hörnern gepackt hat. Sicher reißt die Fusion auch Gräben auf - und eine meiner Aufgaben wird dabei in der Tat die des Brückenbauers sein müssen.

Quelle: NGZ


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