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Jüchen: Jüchen will Luftreinhalteplan

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 15.10.2011

Jüchen (NGZ). RWE Power soll über die Belastungen durch den Tagebau informieren. Diesem Antrag der FWG folgte der Rat einstimmig. Bürgermeister Harald Zillikens nannte weitere Ziele: eine Mess-Station und einen Luftreinhalteplan.

Grevenbroich hat ihn bereits seit 2009 Jahren, Jüchen will ihn: einen Luftreinhalteplan. Er enthält Strategien, um die Luft sauberer zu halten, dabei werden alle Emmissions-Quellen berücksichtigt. Im Fall des Braunkohletagebaus könnten Konsequenzen heißen, Sprenkler-Anlagen einzurichten oder Förderbänder einzuhausen.

Dieses Ziel will die Gemeindeverwaltung Jüchen und der Jüchener Gemeinderat erreichen. Die Politiker beschlossen jetzt, Gespräche mit dem Bergbautreibenden RWE Power aufzunehmen, um Auskunft über die Belastung durch den Tagebau Garzweiler zu erhalten. Damit folgte das Gremium einstimmig einem Antrag der FWG-Fraktion.

Info

FWG-Antrag

Was die FWG fordert "Der Rat beauftragt die Verwaltung, Gespräche mit RWE Power über die Grobstaub- und Lärmbelastung zu führen."

Begründung "Anlass ist das erneute ,Staubereignis', das am 6. September zu einem massiven Staub- und Dreckaustritt aus dem Tagebau führte."

Gerolf Hommel formulierte mit Vehemenz: "Der tägliche Dreck in Hochneukirch ist eine ekelhafte Zumutung." Er hielt RWE Power vor, nicht alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Menschen vor den Belastungen durch feinen und groben Staub sowie Lärm aus dem Tagebau zu schützen. "In Grevenbroich wurde neulich offiziell von RWE-Seite betont, dass Grevenbroich dem Unternehmen lieb und teuer sei. Das sollte auch für Jüchen gelten", forderte der FWG-Vorsitzende. – Werner Hüsselmann (CDU) führte seine eigene bösartige Atemwegserkrankung als Beispiel an: "Alle untersuchenden Ärzte haben mich gefragt, wo ich lebe."

Problem: Valide Daten zu erhalten

Die SPD drückte ihre Zustimmung aus. "Auch wir unterstützen den Antrag der FWG. Wir wollen etwas für die Bürger tun", bekräftigte Norbert Esser für die CDU-Fraktion. Er zeigte aber auch ein Problem in dieser Diskussion auf: "Wir brauchen repräsentative und belastbare Daten", forderte er.

Bürgermeister Harald Zillikens wies auf die Schwierigkeit hin, valide Daten zu erhalten. Als Beispiel nannte der Verwaltungs-Chef das Krebsregister in Münster. "Für Mediziner besteht zum einen keine Verpflichtung, Krebserkrankungen zu melden", so Zillikens. Zum anderen könne die Datensammlung nicht auf die Ebene der Städte und Gemeinden herunter gebrochen werden, lediglich die Kreise und die kreisfreien Städte seien dort erfasst: "Für Jüchen gibt es keine Daten."

Zudem unterstrichen die Jüchener Ratsmitglieder die Forderung nach einer eigenen Mess-Station für die Gemeinde. Thomas Dederrichs sagte für die Bündnisgrünen: "Solange wir keine Mess-Station besitzen, haben wir auch keine Handhabe, falls Grenzwerte nicht eingehalten werden." Und sollten die geltenden Grenzwerte durch den Tagebau überschritten werden, "Dann kann man sogar die Einstellung des Betriebs fordern", so Dederichs.

Quelle: NGZ


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