Jüchen (NGZ). Jüchen Wenn der Verein „Freunde und Förderer von Schloss Dyck“ zum festlichen Weihnachtskonzert lädt, erstrahlt das Schloss in einmaligem Lichterglanz. Den Weg vom Tor zum in milde Gelbtöne getauchten Hochschloss weisen brennende Wachsleuchten, große Leuchtsterne illuminieren den Hintergrund.
Im Schloss begrüßt den Besucher schon eine Stunde vor Beginn des Konzertes ein Streichquintett mit geschmackvoll ausgewählten Sätzen alter Advents- und Weihnachtsmusik, aufmerksame Mitglieder des Fördervereins verwöhnen mit kalten und heißen Getränken, Gebäck und erlesenen Kanapees.
Bei so viel gepflegtem Ambiente kann es nicht verwundern, dass auch das nunmehr fünfte Weihnachtskonzert an beiden Abenden ausverkauft war. Ein mit dem Engagement seines Vereins rundum zufriedener Vorsitzender Heinz-Willi Maassen begrüßte die sich vor dem historischen Festsaal drängenden Gäste mit dem Versprechen, wiederum einen hochklassigen Abend anzubieten.
Dafür stand einmal mehr Stefan Palm, Neusser Kirchenmusiker und musikalischer Leiter der Dycker Schlosskonzerte, mit seinem auserlesenen „Concertino“-Ensemble. Mit einem Doppelkonzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo von Johann Sebastian Bach (BWV 1043) unterstrich er gleich seinen Anspruch, auf höchstem Niveau zu musizieren.
Das kanonartige Zuspiel der Solisten Laura Palm und Florian Meierott geriet zupackend virtuos, das Continuo ließ den beiden Violinen im berühmten „Largo“ abgeklärten Raum zum dahinschmelzenden Dialog, fast ein wenig zu robust wurde das folgende energiegeladene „Allegro“ musiziert.
Himmlischer Teufelsgeiger
Johann Sebastian Bach hat sein 4. Brandenburgisches Konzert in Leipzig als „Cembalokonzert F-Dur“ (BWV 1057) neugefasst. Es machte Sinn, dass Stefan Palm seinem überwältigenden Cembalospiel zwei Altblockflöten (Ines Rasbach und Tomma Wessel) aus der dem Markgrafen von Brandenburg gewidmeten Erstfassung gegenüberstellt. Das makellose Blockflötenspiel war allerdings im tiefen Register in der durch die drangvolle Enge im Festsaal wenig tragfähige Akustik kaum zu verfolgen.
Vollkommen transparent hingegen konnte Florian Meierott sein Instrument im „Konzert d-Moll für Violine und Streicher“ des jungen Felix Mendelssohn-Bartholdy durchsetzen. Vor allem die virtuos großartige, gelegentlich eigenwillig leidenschaftliche Interpretation des dritten Satzes „Allegro“ ließ das Publikum verstehen, warum die Kritik ihn schon mal als „Teufelsgeiger“ bezeichnet.
In ruhigere Stimmungen führt das „Concerto grosso op. 3 Nr. 12“ von Fancesco Manfredini, dessen erster Satz das Werk zu dem Weihnachtskonzert schlechthin macht.
Sehr langer Applaus für ein wunderbares Konzert in ebensolchem Ambiente.
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