Jüchen (NGZ). Weniger Besucher und dazu steigende Kosten – eine schlechte Kombination für den Heimatverein Hochneukirch. Deshalb hat er jetzt den Ablauf von Früh- und Spätkirmes neu gestaltet: Das Hauptfest liegt ab 2011 im Frühjahr.
"Ohne Moos nix los" – das bekommen jetzt die Hochneukircher Schützen zu spüren. Die Feierlaune wollen sich die Mitglieder des Heimatvereins zwar nicht verderben lassen. Aber die sinkenden Besucherzahlen bei den Schützenfesten, steigende Kosten und knappe Kassen sind Tatsachen, denen sich der Vorstand um Präsident Gerd Bandemer stellen musste.
Mit einem Sparprogramm haben die Schützen jetzt einen Kompromiss gefunden, bei dem dennoch alle auf ihre Kosten kommen sollen. Statt der kleinen Frühkirmes zu Pfingsten will der Heimatverein künftig sein Hauptschützenfest im Frühjahr feiern. Das Fest im September wird dafür auf zwei bis zweieinhalb Tage abgespeckt – insgesamt wird ab kommendem Jahr rund anderthalb Tage weniger gefeiert als bisher. "Es gab Leute, die gesagt haben: ,Wir wollen unsere beiden Schützenfeste behalten', und es gab Stimmen für die Abschaffung eines der Feste", erklärt Gerd Bandemer, Vorsitzender des Heimatvereins. Die aktuelle Lösung unterstützt nun die große Mehrheit der Schützen.
Heimatverein
Veranstaltungen Neben Früh- und Spätkirmes bietet der Heimatverein Hochneukirch noch zahlreiche andere Aktivitäten.
Familienfest Das Familienfest, für dessen zweite Auflage Bürgermeister Harald Zllikens die Schirmherrschaft übernommen hatte, hatten zahlreiche Eltern mit ihren Kindern besucht.
Eine Fragebogenaktion und zahlreiche Gespräche zwischen Vorstand und Zügen waren dem Kompromiss voraus gegangen. Die Besucherstatistiken der vergangenen Feste hatten gezeigt, dass die Frühkirmes meist mehr Zulauf hatte als das Schützenfest im September. So lag es nahe, die Termine zu tauschen. "Hinzu kommt, dass der Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag ist. Die Schützen müssen einen Tag weniger Urlaub nehmen", so Bandemer.
Im Oktober oder November soll der geänderte Festablauf in einer Satzungsänderung endgültig festgelegt werden, ab 2011 soll dann nach dem neuen Ablauf gefeiert werden. Neu wird in Zukunft jedoch nicht nur der Ablauf der beiden Feste sein. Auch die örtlichen Gegebenheiten werden überplant: In einem Werkstattverfahren will die Gemeinde Jüchen den Adenauerplatz neu gestalten.
Bandemer, der auch Mitglied im Gemeinderat ist, versichert jedoch, dass der Platz als Kirmesplatz erhalten bleibt und auch der Dorfplatz dahinter weiterhin für das Festzelt genutzt werden kann: "Sonst hätten wir ja gar keine Möglichkeit mehr zu feiern. Mit immerhin 400 Mitgliedern sind wir mitten unter den Bürgern, und deshalb gehören wir auch mitten in den Ort." Geprüft werde etwa, ob Querungshilfen über die Hochstraße möglich wären und wie die Fläche optisch verschönert werden kann. "Bisher ist der Platz ja nicht unbedingt ein Hingucker", weiß Bandemer. Bis der Umbau vollendet ist, können die Hochneukircher jedoch noch einige Feste feiern.
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