Jüchen (NGZ). Hochneukirch Durch den Bau einer "neuen" Landstraße L 354 ließe sich die Verkehrsbelastung von Hochneukirch und Hackhausen deutlich reduzieren. Bürgermeister Harald Zillikens hatte das Projekt vor einem Monat bei der Info-Veranstaltung zur geplanten Biogasanlage skizziert, gestern Abend machten die Politiker Nägel mit Köpfen: Der Planungsausschuss sprach sich für das Vorhaben aus. Das folgende Ratsvotum wäre laut Zillikens "der Startschuss für Straßen NRW", das Vorhaben die Planung aufnehmen zu können. Der früheste Zeitraum für eine Umsetzung liegt bei sieben Jahren. "Das wäre turboschnell", erklärt der Bürgermeister.
Mit einem Ersatz für die frühere Landstraße 354, die inzwischen dem Tagebau-Bagger zum Opfer gefallen ist, wäre ursprünglich erst in 25 bis 30 Jahren zu rechnen gewesen. Die neue Straße soll in Höhe der Kompostieranlage an der Kreisstraße 19 südlich an Hochneukirch vorbeiführen und zum heute bei Schaan und Hackhausen endenden Anschluss der Autobahn 44 führen. Über den Holzer Knoten soll die Trasse dann zurück zur Landstraße 19 führen. Dies ist zumindest der zurzeit angedachte Verlauf.
Die Konsequenzen: Die Belastung von Hackhausen, das heute von 8000 Fahrzeugen täglich passiert wird, ließe sich um beträchtliche 60 Prozent reduzieren. Die Rübenfahrzeuge, die während der Saison zur Zuckerfabrik nach Jülich unterwegs sind, müssten nicht mehr durch Hochneukirch fahren, das auch von dem durch die geplante Biogasanlage entstehenden Verkehr weitgehend verschont bliebe. Wie Harald Zillikens sagt, ist RWE Power "grundsätzlich bereit", im Rahmen seiner Entschädigungspflicht den Bau einer "neuen" L 354 zu unterstützen.
Erfolgreich war die Gemeinde vor wenigen Tagen an einem anderen mit dem Tagebau Garzweiler II verbundenen "Frontabschnitt": In der Peter-Bamm-Halle ging es bei einem Behördentermin um die Wiedereröffnung der A 44 und den sechsspurigen Ausbau der A 46, wobei Jüchen zahlreiche Einwände geltend gemacht hatte. "Wir konnten alle unsere Forderungen umsetzen", berichtet Zillikens. Alle vorgeschlagenen Lärmschutzmaßnahmen, wie die Ausstattung der neuen Autobahn mit so genanntem Flüsterasphalt, würden berücksichtigt.
Was den Jüchener Politikern weniger gefallen wird: "Die Grubenrandstraße wird verschwinden, und auch das Holzer Kreuz wird weg sein", so Zillkens. sagt. Der weitere Ausbau der Grubenrandstraße zur Umgehungsstraße stand bislang auf dem Wunschzettel der Politik ganz obenan.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.