Jüchen (NGZO). Ein Koch aus der Partnerstadt Leers bringt den Jüchenern die Küche seiner französischen Heimat näher. Einmal im Monat bereitet der 60 Jahre alte Robert Bataille mit den Netzwerk-Senioren echte Spezialitäten zu.
Jüchen Um den Erfolg der Arbeit eines Kochs zu bemessen, hat Robert Bataille ein ganz einfaches Rezept: "Wenn die Leute essen und dabei nicht reden, dann schmeckt es", sagt der Franzose, der seit Herbst 2009 die Kochgruppe des Seniorennetzwerks einmal im Monat mit der Küche seines Heimatlandes vertraut macht.
Zum Reden blieb diesmal ohnehin vorab genügend Zeit, denn um in der Küche der Realschule das Menü fertig zu stellen, benötigte das 15-köpfige Team um Jörg-Michael und Karin Bliss knapp drei Stunden: "Cabillaud à la Dunkerquoise" (Kabeljau nach Dünkirchener Art) stand ebenso auf dem Speisezettel wie Kabeljauschnitten nach Boulogner Art und ein Gemüsefondue. Zum Nachtisch gab es angesichts der gerade zu Ende gegangenen Weihnachtszeit "Galette des Rois" einen traditionellen Dreikönigskuchen aus Blätterteig.
Seit gut einem halben Jahr ist der 60 Jahre alte Lehrer Robert Bataille im Ruhestand, und obwohl er "Nichtstun" als sein größtes Hobby neben dem Kochen nennt, rastet er seither keineswegs. Als Ratsmitglied in seiner Heimatstadt Leers liegt ihm nicht zuletzt die Partnerschaft mit Jüchen am Herzen – die er übrigens schon seit mehr als zwei Jahrzehnten pflegt.
"Ich habe Freunde in Jüchen – und zwar die Familie von Heinz Schmitz in Bedburdyck", erzählt er. Seit 21 Jahren ist Robert Bataille Mitglied des dortigen Bürgerschützenvereins, wo er in den Reihen des Jägerzugs "Frei weg" mitmarschiert und bislang noch kein einziges Schützenfest versäumt hat. Er und seine Frau sind Eltern eines Sohns und einer Tochter und inzwischen bereits zweifache Großeltern. Robert Bataille, der früher auch mal ein Restaurant betrieben hat, nennt sich einen "Weingenießer", wobei er über einen mit immerhin 1200 Flaschen bestens gefüllten Weinkeller verfügt. Wie es sich für einen echten Kenner gehört, sind dabei roter, weißer, und Roséwein gleichermaßen vertreten. Freunde hat Bataille übrigens nicht nur in Bedburdyck, sondern auch in Neuenhoven, wo er bei seinem ersten Gastspiel im neuen Jahr auch übernachtet hat.
Für seinen nächsten Kochabend am 1. Februar stellt Robert Bataille seinem Jüchener Küchenteam eine etwas weniger zeitaufwendige Aufgabe: Ein spezielles Maccaroni/Käse-Rezept seiner Urgroßmutter will er dann präsentieren. Als Nachtisch soll es dann eine französische Spezialität geben.
Die Frage, wie sich seine "Schüler", insbesondere natürlich die kochenden Männer, denn so machen, beantwortet Bataille milder als Wilfried Unrein: Während der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees mit leichtem Sarkasmus meint: "Sie essen besser als sie kochen", schlägt bei dem Koch der Pädagoge durch: "Sie sind da, um zu lernen."
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