Jüchen (NGZ). Jüchen Eine kleine Anfrage im Landtag hatte die frühere Schulministerin Ute Schäfer (SPD) kürzlich bei einem Vortrag in der Realschule empfohlen, als das Dauerproblem des Lehrermangels zur Sprache kam: Einer Intervention der örtlichen Landtagsabgeordneten Ulrike Apel-Haefs wird es nun wohl gar nicht mehr bedürfen, denn der Lehrernotstand an der Realschule könnte womöglich schon bald durchgreifend behoben sein: Ein erster Lehrer unterrichtet bereits zur Aushilfe in Jüchen, noch vor Ende des Schuljahrs soll ein zweiter hinzukommen.
Damit nicht genug: Jetzt erreichte Schulleiter Georg Broens auch die Nachricht aus dem Schulministerium, dass zum neuen Schuljahr drei neue Lehrer an die Realschule kommen sollen - „die Stellen werden via Internet nächste Woche ausgeschrieben“, erklärte Georg Broens am Dienstag gegenüber der NGZ.
„Das Ziel unserer Veranstaltung ist erreicht“, kommentiert der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Dr. Holger Tesmann die Entwicklung der vergangenen zweieinhalb Wochen. Zwar sei den Sozialdemokraten nun hinsichtlich der geplanten Anfrage im Landtag „der Wind aus den Segeln genommen“, doch angesichts des erzielten Ergebnisses ist dies aus seiner Sicht natürlich zweitrangig. Bei dem Gespräch mit Ute Schäfer hatte Georg Broens noch einmal den prekären Lehrer-Notstand an der Realschule geschildert, der sogar zu einer Demonstration von Eltern und Schüler in Düsseldorf geführt hatte (die NGZ berichtete).
Ob ein kausaler Zusammenhang mit der SPD-Veranstaltung in der Realschule und der Berichterstattung hierüber bestand, vermag Georg Broens nicht zu sagen. In jedem Fall ging alles ganz schnell: Gerade einmal zwei Tage nach dem Gespräch mit Ute Schäfer erreichte ihn die Nachricht, dass bis zum Ende des Schuljahrs zwei Vertretungslehrer nach Jüchen kommen sollten. Angesichts der bestehenden Aufgabenverteilung im Kollegium und des zu Ende gehenden Schuljahres kann Broens indes nur einen der Lehrer tatsächlich einsetzen - und zwar in Mathematik, wo der Lehrerengpass besonders groß war. Schon im August 2007 hatten die Eltern nachdrücklich auf 3,5 fehlenden Lehrerstellen hingewiesen.
Vergangenen November kamen drei Lehrer zur Aushilfe neu an die Realschule: Vollends behoben war das Problem, das nach den Herbstferien 2007 ganz besonders akut war, allerdings bislang nicht, wie bei der Veranstaltung des SPD-Gemeindeverbands mit Ute Schäfer deutlich wurde. Zuletzt mangelte es nach den Worten von Schulleiter Georg Broens jedenfalls immer noch an einer kompletten Lehrerstelle. Verschärft hat sich das Problem zuletzt noch dadurch, dass sich fünf Lehrerinnen des 30-köpfigen Kollegiums der Realschule in Mutterschutz befinden.
Mit den nun zu erwartenden Neuzugängen wird der Engpass an der Realschule Jüchen zum Schuljahr 2008/2009 komplett behoben sein: „Dann sind wir Gottseidank zu 100 Prozent belegt, was uns natürlich sehr freut“, lautet das Fazit von Georg Broens.
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