Jüchen (NGZ). Ludwig und Ulla Buchner aus Jüchen haben eine Marktlücke entdeckt: Ihr Unternehmen "Allrounder Showtruck" ist Spezialist für rollende Bühnen, die beim "Christopher Street Day" ebenso waren wie auch bei der "Loveparade".
Daten zu Musiktrucks
Länge der Trucks Je nach Fahrzeug zwischen zehn und 25 Metern, die meisten Musiktrucks bestehen aus Sattelzugmaschine und Auflieger.
Breite 2,5 Meter.
Höhe Vier Meter.
Platzzahl Zwischen 80 und 200 Menschen finden Platz.
Decks ein bis zwei.
Ludwig Buchner ist gelernter Elektrotechniker, hat zudem Betriebswirtschaft studiert, arbeitete im Vertriebsmanagement. Dass er sein Geld irgendwann mit Veranstaltungen wie Christopher Street Days oder Musikparaden verdienen würde, hätte er sich vor zehn Jahren noch nicht träumen lassen.
Doch dann wurde er mit 45 Jahren arbeitslos und wollte sich nicht damit abfinden, zum "alten Eisen" zu gehören. Mit seiner Frau Ulla gründete er 2005 ein eigenes Unternehmen: Seine Firma "Allrounder Showtruck" hat sich seither als Spezialist für Street-Events einen Namen gemacht. Die rollenden Bühnen "made in Jüchen" fahren bei Musikparaden in ganz Europa. Sie sind beim Christopher Street Day (CSD) ebenso wie bei der Loveparade in Duisburg, die mit 21 Toten ein tragisches Ende nahm. Das Team von Allrounder Showtruck ist "zutiefst erschüttert über die tragischen Ereignisse". Vom Unternehmen kam rund die Hälfte der 15 Musiktrucks. "Wir haben kaum etwas von der Katastrophe mitbekommen", so Buchner damals.
Zwei 18-Tonner und ein amerikanischer Peterbilt-Truck sind mit wechselnden Aufliegern fast das ganze Jahr über im Einsatz. Mit seinen Musiktrucks hat das Ehepaar eine echte Marktlücke gefunden. Bis heute ist "Allrounder Showtruck" der einzige Anbieter für fertige Eventfahrzeuge. "Normalerweise mieten sich die Leute einen LKW und bauen selbst Licht- und Tontechnik auf die Ladefläche", so Buchner. Bei Gewerkschaftskundgebungen, CSD-Veranstaltungen, Paraden oder Karnevalsumzügen war dies gängige Praxis. Ein Nachteil: Das Ergebnis sieht oft ziemlich improvisiert aus, und die selbst zusammengeschraubten Aufbauten sind oft nicht richtig stabil. "Wir legen großen Wert auf Sicherheit", so Buchner: Keine freien Räder bei den Paraden, keine wackeligen Bühnentreppen. "Unsere Fahrzeuge werden alle sechs Monate vom TÜV abgenommen." Je nach Einsatz kann der Veranstalter zwischen Fahrzeugen mit einer oder zwei Ebenen wählen, kurze oder lange Auflieger buchen. Der kleinste Musiktruck ist zehn Meter lang, das längste Gespann, die Peterbilt-Zugmaschine mit einem 19,5 Meter langen Auflieger, misst stolze 25 Meter. Licht, Ton und Stromaggregate sind fertig installiert, ein geübter Fahrer für die Events gehört ebenfalls dazu.
Die Zeit in den Wintermonaten nutzen die Buchners für Umbauarbeiten an den Aufliegern. Wenn das Streetevent-Geschäft in der kalten Jahreszeit ruhiger wird, ist eher die Vermietung von Equipment gefragt. Unter dem Namen "Tonhaus" läuft dieses zweite Standbein des Familien-Unternehmens. Außerdem vertreiben die Buchners Stromaggregate. Verwaltet werden die Geschäftsbereiche von Ulla Buchner. Die gelernte Erzieherin musste wie ihr Mann anfangs vieles dazu lernen. "Ich hatte keine Ahnung von PCs", sagt sie lachend. Heute hat sie sowohl die Auftragskoordination als auch Buchhaltung und Marketing fest im Griff.
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