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Bitte um Entlassung: Michael Jansen tritt zurück

VON SEBASTIAN MEURER UND CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 02.07.2009 - 22:10

Bitte um Entlassung (NGZ). Jüchen Im Mai warf Michael Jansen das Handtuch als CDU-Bürgermeisterkandidat. Am Donnerstag - keine zwei Monate vor der Kommunalwahl - sorgte er für eine neue kräftige Überraschung: Der 40-Jährige hört als Erster Beigeordneter auf.

Michael Jansen wird nur noch bis zum 31. August auf dem Sessel des Ersten Beigeordneten im Rathaus sitzen. Er wechselt wieder ins Bankfach. Foto: NGZ-Online
Michael Jansen wird nur noch bis zum 31. August auf dem Sessel des Ersten Beigeordneten im Rathaus sitzen. Er wechselt wieder ins Bankfach. Foto: NGZ-Online

Die Nachricht kam auch für Insider überraschend: Zum zweiten Mal in drei Monaten sorgt Michael Jansen (CDU) in der Politik für Aufsehen. am Donnerstag teilte er mit, „dass ich mich vollständig aus der Arbeit in Verwaltung und Politik zurückziehen werde“. Er habe Bürgermeisterin Margarete Kranz „um Entlassung aus meinem Amt als Erster Beigeordneter zum 31. August gebeten“, erklärte er in einer Pressemitteilung.

Erst zwei Wochen zuvor hatte die CDU mit Harald Zillikens einen neuen Bürgermeisterkandidaten nominiert, nachdem Jansen - ebenfalls überraschend - das Handtuch geworfen hatte. Ende 2008 hatte Jansen sich gegen Ralf Kriesemer als CDU-Bewerber fürs Bürgermeisteramt durchgesetzt. Erst seit Mai 2008 ist er Erster Beigeordneter.

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Am 13. Dezember 2007 hatten CDU und Bündnis 90/Die Grünen gegen heftige Kritik der übrigen Fraktionen Jansen zum Ersten Beigeordneten gewählt. Im Mai 2008 trat er das Amt an und wurde kurz darauf auch Kämmerer.

„Während der vergangenen 14 Monate bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich mich, wenn ich mir als Person und meiner Arbeitsweise treu bleiben möchte, nicht in dem von mir gewünschten Maße in die politische Arbeit einbringen kann, die ebenfalls mit dem Amt des Ersten Beigeordneten verbunden ist.“ Deshalb sei es konsequent, „zurückzutreten und damit den Weg freizumachen für eine komplett neue Verwaltungsführung“, erklärte er.

Konkreter wurde Jansen auf NGZ-Anfrage nicht - „ich beabsichtige, dem nichts hinzuzufügen“. Er betont aber, dass die Arbeit in der Verwaltung ihm „viel Freude bereitet“ habe. „Ich bedauere diesen Schritt sehr“, erklärte Bürgermeisterin Margarete Kranz, für die dies aber „nicht ganz überraschend“ ist. „Das Verhältnis zu Herrn Jansen war vertrauensvoll. Wir haben in einem Jahr gemeinsam viel erreicht, viele Dinge in Bewegung gesetzt - von den seniorengerechten Wohnungen am Bahnhof Hochneukirch bis zum Verkehrsentwicklungsplan sind wir gut voran gekommen“, so Kranz.

„Ich bin erstaunt über den Zeitpunkt und bedauere es umso mehr, als ich mich für Herrn Jansen als Beigeordneten eingesetzt habe“, kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Esser den angekündigten Rücktritt. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mir im Interesse der Gemeinde mehr Beharrlichkeit und Stehvermögen gewünscht hätte, wenn man sich um das Amt des Ersten Beigeordneten beworben hat“, zeigt sich Esser enttäuscht.

Und wie geht es weiter? „Als Bürgermeisterin bin ich über die Kommunalwahl am 30. August bis zum 20. Oktober im Amt“, betont Margarete Kranz. „Der Rat tagt regulär erst im September. Ich überlege, ob wir eine Sondersitzung des Rates oder Hauptausschusses einberufen.“ Der Rat muss formell die Entlassung Jansens beschießen. Möglicherweise werde bereits dann über eine erneute Ausschreibung diskutiert.

Und was macht Jansen künftig? „Ich gehe zurück ins Bankfach“, erklärt der Jurist und Bankkaufmann.

Zur Sache In Bedrängnis

Quelle: NGZ


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