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Jüchen: "Nein" zu höherer Hundesteuer

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012

Jüchen (NGZ). Jüchener Hundebesitzer ärgern sich, dass die Gemeindeverwaltung die Hundesteuer erhöhen will. Sie kritisieren, dass die Einnahmen nicht für die Tiere genutzt werde. Auch könnte manchem Rentner der Hund zu teuer werden.

Heinz-Dieter Kreutz (59) aus Gierath und Mischling Mali, die über die "Hundehilfe Antalya" zur Familie kam. Was den Familienvater ärgert: "Die Hundesteuer sollte für Dinge verwendet werden, die mit Hunden zu tun haben. Sinnvoll wären Boxen für Hundekot." Dann gebe es weniger Dreckecken. Foto:
Heinz-Dieter Kreutz (59) aus Gierath und Mischling Mali, die über die "Hundehilfe Antalya" zur Familie kam. Was den Familienvater ärgert: "Die Hundesteuer sollte für Dinge verwendet werden, die mit Hunden zu tun haben. Sinnvoll wären Boxen für Hundekot." Dann gebe es weniger Dreckecken. Foto:

Hundeliebhaber in Jüchen müssen künftig tiefer für Hasso, Waldi und Co. in die Tasche greifen. Das planen Bürgermeister Harald Zillikens und die Verwaltung. Sie wollen die Hundesteuer-Einnahmen pro Jahr um 10 000 Euro erhöhen. Bisher bringen Hundebesitzer 140 000 Euro in die Gemeindekasse. Wird die Gebühr angehoben, bedeutet das rund 14 Prozent Kosten mehr pro Tier. Morgen werden die Politiker entscheiden, ob das "Hobby Hund" teurer wird.

Die CDU-Fraktion und ihr Kooperationspartner FDP lehnen die Verwaltungspläne ab. Holger Tesmann, Fraktionschef der SPD, kann sich nur eine teilweise Erhöhung vorstellen. Sein Vorschlag: "Wie Grevenbroich sollte die Gemeinde Jüchen die Abgabe für Kampfhunde drastisch erhöhen."

Info

Hundesteuer

Ein Hund: 72 Euro, zwei Hunde je 84 Euro, für drei Hunde je 96 Euro. Kampfhunde: 288 Euro.

Erhöhung Bürgermeister Zillikens wollte keine Zahlen nennen, nennt die Erhöhung "moderat".

Neuss ein Hund 78 Euro, zwei Tiere je 94 Euro, Kampfhunde kosten 316 Euro.

Wenn die Hundesteuer steigt, kann sich vielleicht mancher Besitzer seinen "besten Freund" nicht mehr leisten, werden mehr Tiere ausgesetzt, fürchtet Karina Karlstädt (42), Hundebesitzerin und Chefin einer Familienhundeschule in Gierath: "Ich engagiere mich für den Tierschutz. Über Facebook erfahre ich täglich, wie viele Hunde in ganz Deutschland ausgesetzt werden – und das bei dieser eisigen Kälte."

Denn zu den Gebühren kämen Aufwendungen für Futter und Tierarztbesuche. Wenig Verständnis für eine höhere Hundesteuer haben auch Hundebsitzer Gerda Glasmacher (48) aus Jüchen und Heinz-Dieter Kreutz aus Gierath: "Es ist ungerecht, diese Steuer zu erhöhen, da das Geld nicht für Hunde verwendet wird."

Fotos
Gerda Glasmacher (52), Reinigungskraft aus Jüchen, muss für zwei Hunde je 84 Euro zahlen: "Das ist viel Geld. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen mit wenig Einkommen Probleme haben, wenn die Steuer steigt." Auch ärgert sie, dass die Steuereinnahmen nicht auch für Hunde verwendet werden. Foto:
Mark und Karina Karlstädt, Inhaber einer Hundeschule in Gierath, wissen, dass Hunde für viele Ältere auch Familienersatz sind: "Für manche Rentner ist ein Hund schon teuer." Zudem gebe es viele Familien, "die extra Hunde aufgenommen hätten, um damit Kinderkrankheiten wie ADHS zu verbessern." Auch sie würden durch die höhere Steuer stärker belastet. Foto:
Quelle: NGZ/rl


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