Jüchen (NGZO). Gemeinderat beschloss am Donnerstag die Entlassung des Ersten Beigeordneten auf seinen Wunsch.
Jüchen Die Sitzung des Rates war rekordverdächtig. Bereits nach einer halben Stunde konnte Bürgermeisterin Margarete Kranz einen schönen restlichen Urlaub wünschen. Auf der Tagesordnung der – außerplanmäßigen – Sitzung stand auch nur ein größerer Punkt: Die Entlassung des Ersten Beigeordneten Michael Jansen, die der Rat einstimmig beschloss. Ein formeller Akt, "den das Beamtenrecht so vorsieht", wie Pressesprecher Jürgen Wolf erklärte.
Um seine Entlassung zum 31. August hatte Michael Jansen (CDU), der gestern nicht anwesend war, selbst gebeten – und damit in der Jüchener Kommunalpolitik zum zweiten Mal in kurzer Zeit für Überraschung gesorgt. Ende 2008 hatte sich Jansen deutlich gegen Ralf Kriesemer als CDU-Kandidat fürs Bürgermeisteramt durchgegesetzt, doch im Mai warf der 40-Jährige das Handtuch, trat von der Kandidatur zurück. Am 2. Juli teilte er mit, dass er auch als Erster Beigeordneter aufhören wolle. Seine Begründung: "Während der vergangenen 14 Monate bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich mich, wenn ich mir als Person und meiner Arbeitsweise treu bleiben möchte, nicht in dem von mir gewünschten Maße in die politische Arbeit einbringen kann, die ebenfalls mit dem Amt des Ersten Beigeordneten verbunden ist." Im Mai 2008 hatte er die Position des Ersten Beigeordneten angetreten, nun geht der Bankkaufmann und Jurist zurück ins Bankfach.
Mit einem Nachfolger ist so schnell nicht zu rechnen. Die Stelle für den Wahlbeamten wird öffentlich ausgeschrieben. "Mit dem Inhalt der Ausschreibung wird sich der neue Rat befassen", erklärte CDU-Fraktionschef Norbert Esser nach der Sitzung. "Wir haben uns auf diesen Fahrplan verständigt. Es wäre unsinnig, wenn noch vor der Wahl in dieser Frage Entscheidungen getroffen würden", sagt Reiner Lange, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Die erste Sitzung des neuen Rates ist für den 5. November vorgesehen. Das bedeutet, dass der nicht kleine Aufgabenbereich Jansens – von der Kämmerei über Soziales bis zum Ordnungsbereich – für einige Zeit auf andere Schultern verteilt werden dürfte. Im Herbst laufen die Vorbereitungen für den Etat 2010an.
Als Nachfolger wurde bald nach Jansens Ankündigung Oswald Duda genannt. Der 50-Jährige aus Garzweiler, der kein Parteibuch hat, arbeitet seit 1975 bei der Gemeinde – "Ich war der erste neu Eingestellte nach der Gebietsreform" – und ist seit 2008 Dezernent für die Technischen Dienste. "Ich möchte mich zur Frage, ob ich mich bewerbe, nicht äußern", sagte er am Donnerstag.
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