Jüchen (NGZ). Jüchen Die Sporthallen der Gemeinde Jüchen sind seit Jahr und Tag ein die Kommunalpolitik zuweilen in Atem haltendes Thema. Bei der jetzigen Jahreshauptversammlung des Gemeindesportverbands (GSV) wurde es um eine neue Facette bereichert, die den Sportvereinen derzeit nicht geringe Probleme beschert.
Kritik an der Gemeindeverwaltung war bei dem Treffen jedenfalls keineswegs das Privileg des alten und neuen GSV-Vorsitzenden Heinz Kiefer: Ob es nun um den Vorwurf geht, Reparaturen würden ohne Absprache mit den Vereinen vorgenommen, oder die Klage darüber, dass Hallen zu kurzfristig und ohne weitere Information geschlossen würden - bei den Vereinsvertretern hat sich einiger Unmut angestaut. Besonders heikel aus ihrer Sicht: Bei der Vermietung oder Verpachtung von Gebäuden würden sie nicht mit einbezogen - so etwa Ende des vergangenen Jahres hinsichtlich der Bürgerhalle Bedburdyck.
Christoph Sommer, der Vorsitzende des VfL Viktoria Garzweiler-Jüchen, berichtete von unterschiedlichen Maßstäben, die die Gemeinde anlege. Wäre der Verein für bestimmte Arbeiten an der Peter-Giesen-Halle und der Sportanlage an der Stadionstraße verantwortlich, überwache die Verwaltung die kurzfristige Erledigung. Andererseits lasse sie sich viel Zeit, wenn sie vertragsgemäß verpflichtet sei, Reparaturen vorzunehmen. Die Halle in Garzweiler sowie die Sportanlage in Jüchen hat der VfL Viktoria vor einigen Jahren von der Gemeinde übernommen. Hermann-Josef Weidemann vom VfL Otzenrath hielt mit seinen Zweifeln daran, ob die Gemeindeverwaltung das Ehrenamt wirklich schätze, nicht hinter dem Berg.
Konfliktstoff birgt auch die Nutzung der Hallen durch die Offene Ganztagschule (OGS). Konrad Thelen vom Tennisclub Jüchen schilderte Probleme der zeitlichen und inhaltlichen Abstimmung. Sandra Koglin von der DJK Neuenhoven ist der Auffassung, dass der Ganztag die Sportvereine beschränke. Konsens bestand bei den Vereinsvertretern jedenfalls darin, dass die OGS Hallenzeiten blockiere. Demgegenüber bildeten die Vereine Übungsleiter aus, die andererseits in die Angebote des Offenen Ganztags integriert und dort gebunden würden: Neue Mitglieder könnten die Vereine auf diese Weise nicht gewinnen, lautete der Tenor.
Hinzu komme, dass die Kinder vielfach auf das Angebot der Vereine verzichteten, da bereits in der Offenen Ganztagsschule Sport getrieben werde. Die in der OGS tätigen Übungsleiter der Vereine haben zudem die Erfahrung gemacht, dass die dortigen Gruppen nicht immer ganz einfach zu leiten seien - vielfach müssten sie mithelfen, schulische Konflikte der Kinder zu bewältigen. Jürgen Odenkirchen vom TV Jüchen zufolge schränkt die Offene Ganztagsschule die Jugendarbeit der Sportvereine ein: Übungsleiter müsse man sich für spezielle Angebote regelrecht „erkämpfen“, hieß es. Eine flexible Handhabung von Angeboten, etwa durch Verlegung auf andere Wochentage, sei vielfach nicht mehr möglich.
Heinz Kiefer zufolge wird der GSV sich „immer dann selbstbewusst einmischen, wenn die Interessen des Sports berührt sind. Wir lassen uns keinen Maulkorb verpassen“, betonte der seit dem Jahr 2000 amtierende Vorsitzende.
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