Jüchen (NGZ). An der Realschule Jüchen herrscht Lehrermangel: Zwei Stellen fehlen. Für eine laufen gerade Bewerbungsgespräche. Was noch fehlt: ein Termin, ab wann die zweite Stelle besetzt werden kann.
Gestern führte Cornelia Klahsen, stellvertretende Direktorin der Realschule, die ersten Bewerbungsgespräche. Sie will "möglichst schnell" eine Stelle neu besetzen. Nach den Sommerferien war die Schule überraschend mit zu wenig Personal gestartet. Das hatte Folgen für den soeben fertiggestellten Stundenplan: Nur die zehnte Klasse hatte auch am Nachmittag Unterricht. Kurzfristig musste deshalb auch der Schülertransportverkehr mit der NVV nach vorne verlegt werden (die NGZ berichtete).
Zu wenig Lehrer für den Unterricht – das ist an der Realschule Jüchen kein neues Thema. Überraschend verschärft hatte sich die Situation aber nach den Sommerferien: Eine Kollegin, die bereits einen Vertrag unterzeichnet hatte, hatte sich kurzfristig für eine unbefristete Stelle an einer anderen Schule entschieden – "eine vollkommen legitime und nachvollziehbare Wahl", sagt Cornelia Klahsen. Eine Wahl, die ihr für den Stundenplan aber kaum eine Wahl ließ: "Innerhalb eines Wochenendes musste ein komplett neuer Unterrichtsplan geschrieben werden", so die stellvertretende Direktorin. Denn neben der unerwarteten Lücke besteht an der Schule, die im vergangenen Schuljahr 554 Kinder und Jugendliche besuchten, bereits seit einiger Zeit ein Lehrermangel: "Eigentlich müsste die Bezirksregierung eine weitere Stelle für die Realschule zuweisen", sagt Klahsen.
Lehrerstellen
Lehrermangel An der Realschule fehlen im laufenden Schuljahr, seit den Sommerferien, zwei Lehrerstellen.
Folge Der Unterricht für die Klassen bis Klasse 9 wurde um 28 Stunden gekürzt; lediglich die Realschüler in den zehnten Klassen haben zurzeit auch am Nachmittag Unterricht.
Warum der Bedarf nicht so schnell zu decken ist, erläutert Jennifer Spitzner, Sprecherin der Bezirksregierung in Düsseldorf: "Es gibt einen Pool für Lehrerstellen, aus dem die Landesregierung den einzelnen Schulen Stellen zuweist." Dies könne auch Wartezeiten mit sich bringen. Im Fall der Realschule an der Stadionstraße seien unterschiedliche Faktoren zusammengekommen: "Der Wegfall einer Vetretungsstelle – und das gleich zwei Mal hintereinander – ist ärgerlich, aber systembedingt", so die Sprecherin der Bezirksregierung.
Für eine Lehrkraft konnte der Schulleiter zum Ende des alten Schuljahres eine Vertretung finden. Der Stundenplan wurde auf dieser Basis erstellt. Doch die Vertretung habe während der Ferien ein Angebot für eine andere, unbefristete Stelle. "Die Lehrerin hatte das Recht, von dem Vertretungsvertrag zurückzutreten", so Spitzner. In den Sommerferien sei die Vertretungsstelle erneut ausgeschrieben worden, eine Lehrerin unterschrieb einen Vertrag und habe am Ferienende eine andere, unbefristete Stelle erhalten. Nun sei diese zum dritten Mal ausgeschrieben worden.
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