Jüchen (NGZ). Jüchen Werbung stand für die Schüler der Klasse 7a des Gymnasiums Jüchen in den letzten Wochen vor den Sommerferien auf dem Stundenplan. Doch ihre Plakate werben nicht für Handys oder angesagte Kleidung: Die Schüler setzen sich für den Eine-Welt-Handel ein, wollen Mitschüler und Mitbürger für den Fairen Handel begeistern.
Im Kunst- und im Deutschunterricht beschäftigte sich die Klasse mit dem Eine-Welt-Handel. Deutschlehrer Frank Wäntig erarbeitete Werbeslogans mit den Jugendlichen, Kunstlehrerin Kerstin Daub besprach Layout, Aufbau und psychologische Farbwirkung mit den Siebtklässlern.
„Die Idee war, gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten, wie man auf eine gute Sache wie den Fairen Handel aufmerksam machen kann“, erklärt Daub. In Gruppenarbeit entstanden große Werbeplakate. Mit Acrylfarbe gestalteten die Jugendlichen Papp-Plakate, die jetzt in der Sparkasse an der Kölner Straße gezeigt werden.
UN-Resolution
Die Vereinten Nationen haben es sich selbst zum Ziel gesetzt, die extreme Armut in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Um die so genannte UN-Millenniums-Resolution zur Armutsbekämpfung zu verwirklichen, sollen auch Städte und Gemeinden ihren Beitrag leisten und verschiedene Projekte für mehr Gerechtigkeit in der Welt initiieren.
Immer dienstags und freitags verkaufen Mitglieder der Eine-Welt-AG fair gehandelte Schokoriegel im Atrium der Schule. Die Plakate werben nun für den fairen Pausensnack. Ursula Klaff vom Jüchener Eine-Welt-Forum unterstützt die Gymnasiasten seit 2002 bei der ehrenamtlichen Arbeit. Sie betont: „Nur gemeinsam kann man etwas bewegen und für mehr Gerechtigkeit in unserer Welt sorgen. Das erleben die Schüler durch solche Projekte hautnah.“
Schulleiter Gerd Acker sagt: „Der Faire Handel ist eine komplizierte und theoretische Auseinandersetzung mit der Situation in der Welt. Er kann aber auch sehr praktisch werden, wie man an unserem Projekt sieht.“ Es sei eine wichtige Überlegung, darüber nachzudenken, wie der Handel auch am Jüchener Gymnasium fairer gemacht werden könne.
„Wir freuen uns über günstige Preise, sehen aber nicht das Elend, das dahinter steht.“ Deshalb sei dieses Projekt so wichtig: „So wurde unseren Schülern deutlich, was die eine Welt bedeutet - sowohl für die Menschen in den Industrienationen als auch in den Entwicklungsländern.“
Auch Bürgermeisterin Margarete Kranz lobte das Schulprojekt. „Es ist eine ganz wichtige Sache, der ihr euch hier angenommen habt.“ Die Schüler lernten neben der Tatsache, dass es vollkommen unterschiedliche Strukturen in den verschiedenen Teilen der Welt gebe, auch, wie sie sich selbst und ihre Arbeit öffentlich präsentierten.
Und: „Dieses Projekt zeigt auch, wie gut die Zusammenarbeit in der Gemeinde Jüchen funktioniert“, so Kranz zufrieden. Gymnasium und Eine-Welt-Forum hätten inhaltlich zusammengearbeitet, die Sparkasse ihre Filialräume für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Die Ausstellungseröffnung am Freitag war zugleich auch der Auftakt der Jüchener Eine-Welt-Tage. Dieses Projekt findet im gesamten Rhein-Kreis Neuss statt und befasst sich mit der UN-Millenniums-Resolution „Armut halbieren“.
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