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Jüchen: Sporthalle: Mehrheit bröckelt

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 21:30

Jüchen (NGZ). Die SPD und die FWG lehnen den Bau der Dreifach-Sporthalle für Bedburdyck und Gierath ab. Da half auch der Hinweis des Bürgermeisters bei der Etatberatung nicht, dass Ratsgremien neun Mal für den Bau gestimmt haben.

In Zukunft sollen sich die Kinder und Jugendlichen in Gierath nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch in einer neuen Dreifach-Sporthalle austoben können.  Foto:  L.Berns
In Zukunft sollen sich die Kinder und Jugendlichen in Gierath nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch in einer neuen Dreifach-Sporthalle austoben können. Foto: L.Berns

Bedburdyck/Gierath Die Mehrheit für den Bau der geplanten Dreifach-Sporthalle bröckelt. Die SPD, aber auch die FWG unterstützen das Projekt nach der Sitzung des Haupt-Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses nicht mehr. CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen lehnten während der viereinhalbstündigen Haushaltsberatung zwei Zusatzanträge der Sozialdemokraten ab – die hatten hieran ihre weitere Zustimmung zur Dreifachhalle geknüpft. Die SPD hatte eine Wirtschaftlichkeitsprüfung und ein aktuelles Bedarfs- und Nutzungskonzept gefordert.

Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung, wie sie die Sozialdemokraten haben wollten, müsse ein finanzieller Ausgleich sein – etwa durch den Verkauf von einigen Liegenschaften der Gemeinde, forderte SPD-Fraktionschef Holger Tesmann. Vergeblich: Derartige Kompensationen dürften nicht an ein einzelnes Projekt geknüpft werden, erklärte Bürgermeister Harald Zillikens. Möglich sei dies nur im Fall der Turnhalle an der Stessener Bachstraße, da die neue Mehrzweckhalle diese ersetzen soll.

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Entlastung für Hallen

Die Dreifachhalle ist mit geschätzten Kosten von vier Millionen Euro das ehrgeizigste Projekt der Gemeinde. Ist sie erst einmal gebaut, könnten dort sämtliche Übungsstunden abgehalten werden, die zurzeit in den Turnhallen Gierath und Stessen und im Bürgerhaus Bedburdyck stattfinden. Auch die Sporthallen in Jüchen könnten entlastet werden.

Nachdem ihre Anträge nicht durchkamen, versagte die SPD ihre Zustimmung. Dabei hatte Bürgermeister Zillikens darauf hingewiesen, dass der Rat und diverse Ausschüsse sich seit 1994 neun Mal für den Bau einer solchen Halle ausgesprochen hatten. Zuweilen war das Votum einstimmig ausgefallen. Das vermochte SPD-Fraktionschef Holger Tesmann ebenso wenig zu überzeugen wie die komprimierte Darstellung, die die Verwaltung dem Hauptausschuss als Tischvorlage präsentiert hatte.

Die Sozialdemokraten wollten mehr als die Kostenübersicht, nämlich die detaillierten Unterlagen, die die Gemeinde dem Kreis als Genehmigungsbehörde vorlegen muss. Auf dem Laufenden halten will Harald Zillikens die Politiker, die dem Kreis vorzulegenden Unterlagen möchte er allerdings nicht zum Gegenstand einer Rats- oder Ausschusssitzung machen.

CDU-Fraktionschef Norbert Esser warf dem SPD-Fraktionsvorsitzenden vor, ebenso zu verfahren wie bei den Kunstrasenplätzen vor knapp anderthalb Jahren, als sich das anfängliche "Ja" der SPD aus ähnlichen Gründen in ein "Nein" verwandelte. Dass dem Kreis eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgelegt werde, sei "eine Selbstverständlichkeit", so Esser. "Nötigenfalls wird die Halle auch mit Krediten errichtet", erklärte der Christdemokrat. Herbert Altenberg (FDP) zufolge ist es "politischer Wille, dass die Halle gebaut wird", wobei ja auch das Grundstück der Stessener Halle "in die Gesamtfinanzierung einfließt".

Für Thomas Dederichs (Bündnis 90/Die Grünen) hätte die SPD noch eindeutiger Farbe bekennen sollen: Ihm zufolge reduziert sich die Diskussion schlicht auf die Frage "Ich will die Halle, oder wir können uns die Halle nicht leisten."

Quelle: NGZ


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