Jüchen (NGZ). Die Sitzung der KG Holzköpp sollte vom US-Sender CBS aufgezeichnet werden. Doch die Jecken warteten vergeblich auf das TV-Team. Wie sich gestern herausstellte, waren die Fernsehleute in einen Unfall bei Bergheim verwickelt.
Holz Ganz hinten links im Festzelt tagt der Krisenstab. Man muss einmal quer durch den Thekenbereich, um in den mit Planen abgetrennten Raum zu gelangen. Frank Coumans wählt eine Nummer auf seinem Handy und erkundigt sich nach der Lage. Dann ist es gewiss: Der Präsident der KG Holzköpp muss bei der Karnevalssitzung im Festzelt umdisponieren. "Etwa eine Stunde später", sagt er und meint das Eintreffen des Kamerateams, das für den US-amerikanischen TV-Sender CBS eine 90-minütige Zusammenfassung der Holzer Sitzung filmen soll.
Auf der Autobahn bei Koblenz hatte das Fernsehteam angeblich einen Unfall. "Nichts Schlimmes", meint Coumans. "Aber jetzt hängen sie da erst mal fest." Der Vorstand der Holzer Karnevalisten muss überlegen, wie man mit der Situation umgeht. Klar ist: Man kann den Start der Karnevalssitzung nicht um eine Stunde verschieben. Dadurch würde der Zeitplan für alle Künstler, die am Samstagabend in den Ort gekommen sind, aus den Fugen geraten. Außerdem warten im Zelt 900 Besucher auf den Beginn der Veranstaltung.
Holzer Karneval
Mit dabei Am Samstag traten High Energy, die Butterflys, die Ü-Eier, die Kölsche Römer, Andreas Martin und der aus den Partycharts bekannte Tobee auf.
So geht's weiter Am Montag steigt ab 15 Uhr die Seniorensitzung für Karnevalsbegeisterte ab Mitte 50.
Zug Der Karnevalsumzug startet am Sonntag, 14. Februar, 14 Uhr.
"Was sollen wir machen?", lautet die Frage. Coumans weiß die Ant-wort. "Zwei Begrüßungen", sagt er. Das bedeutet: Die Sitzung startet wie geplant. Doch sobald das Kamerateam eintrifft, will Coumans die Besucher erneut willkommen heißen. Damit hätte CBS einen offiziellen Start der Veranstaltung im Kasten. Der Sender könnte seinen Zuschauern einen runden Zusam-menschnitt präsentieren. Und der Zeitplan der Sitzung würde eingehalten. Der Krisenstab ist einig: So wird es gemacht. Um 19 Uhr geht es los. Holz, wie es singt und lacht.
Frank Coumans ist jetzt beinahe ununterbrochen auf der Bühne und wartet auf ein Zeichen, mit dem das Eintreffen des Kamerateams signalisiert wird. Ein Blick auf die Uhr, nach mehr als einer Stunde: kein Kamerateam da. Auch nach zwei Stunden fehlt von den Fernsehleuten jede Spur. Dabei bleibt es. Die Sitzung indes läuft großartig. Die Hände gehen zum Himmel, immer wieder. Es wird mitgesungen, "Ruut sind de Ruuse". Ärgerlich ist für die Holzköpp nur, dass aus der TV-Aufzeichnung nichts wird.
Am Sonntag Abend stellt sich heraus, dass das Team in einen schweren Unfall auf der Grubenrandstraße in Bergheim verwickelt worden war. Nur wenige hundert Meter vor dem Auto des Fernsehteams waren zwei Fahrzeuge ineinander gerast, zwei Menschen starben in den Trümmern. "Die TV-Leute waren nicht betroffen, aber so geschockt, dass sie kaum mehr in der Lage waren, den Karneval zu filmen", sagte ein Sprecher des Organisationsteams. Als Coumanns am Samstag mit dem Team telefonierte, war es auf dem Rückweg in Koblenz.
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