Jüchen (NGZ). Etwa ein halbes Jahr lang werden in der Tagesstätte "Villa Kunterbunt" Handwerker Hand anlegen. Zunächst entsteht ein Anbau für eine vierte Gruppe, danach wird das Dachgeschoss fürs künftige Familienzentrum umgebaut.
Pippi Langstrumpf lebt nicht in der Jüchener "Villa Kunterbunt" – in der Kindertagesstätte spielen rund 65 Jungen und Mädchen in der Mäuse-, Bären- und Pinguin-Gruppe. Sie alle bekommen bald "Zuwachs". "Die Tagesstätte Jüchen wird erweitert, um eine weitere altersgemischte Gruppe einrichten zu können", erläutert Dezernent Oswald Duda. Die zusätzlichen Plätze für Kinder unter drei Jahren sind erforderlich, um den Betreuungsanspruch ab 2013 gewährleisten zu können.
Der Ausbau ist aber nicht das einzige Bauvorhaben in dem rund 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Haus: Die Tagesstätte wird ein Familienzentrum, "und dafür bauen wir das Dachgeschoss aus", so Duda weiter. Am kommenden Montag werden die Umbaupläne im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt.
Die Baukosten
Der Erweiterungsbau für die vierte, altersgemischte Gruppe der Kindertagesstätte kostet rund 200 000 Euro, 80 Prozent der Baukosten trägt der Landschaftsverband. Die Kosten von etwa 150 000 Euro für den Umbau zum Familienzentrum werden aus dem Konjunkturpaket II finanziert.
Das Baustellenschild steht bereits, ab Sommer werden etliche Handwerker in der "Villa Kunterbunt" arbeiten. Vor den Sommerferien sollen – bei laufendem Betrieb – die Arbeiten für den Erweiterungsbau anlaufen. "Auf der Hofseite der Kindertagesstätte befindet sich zurzeit eine offene Pausenhalle. Deren Dach wird abgebrochen, um dort einen 70 Quadratmeter großen Neubau errichten zu können", erläutert Thorsten Wankum von der Werkgemeinschaft Quasten und Berger in Grevenbroich, die das Projekt plant. Ein älterer Anbau wird für Sanitäranlagen und den Wickelbereich umgebaut.
"Wir versuchen, einen Teil der lauten Arbeiten in die Ferienwochen zu legen, wenn die Tagesstätte schließt. Aber ganz lassen sich Beeinträchtigungen während der Bauzeit nicht vermeiden", sagt Oswald Duda. "Wir werden die Arbeiten mit dem Kindergarten abstimmen. Vielleicht müssen mal Gruppen zusammenrücken, oder die Kinder können bei gutem Wetter draußen spielen." Ab Herbst wird für das künftige Familienzentrum das zurzeit ungenutzte Dachgeschoss umgebaut. "Momentan ist das ein riesiger, 200 Quadratmeter großer Raum", so Oswald Duda. Nach Auskunft von ihm und Wankum entstehen dort etwa Besprechungsräume, ein Beratungsraum für Gespräche mit Eltern sowie eine Küche.
Die Arbeiten sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, so dass "danach – voraussichtlich Anfang 2011 – dort das Familienzentrum eröffnen kann", sagt Duda.
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