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Jüchen: Waat: Streit um Sträucher

VON ACHIM BEHR - zuletzt aktualisiert: 31.03.2010 - 22:41

Jüchen (NGZ). Der Naturschutzbund wollte in Waat 20 Wildsträucher, die die Gemeinde zur Verfügung gestellt hatte,. pflanzen. Doch ein Anwohner wehrte sich vehemennt dagegen. Jetzt wurden die Pflanzen in Damm gesetzt.

Neue Wildsträucher setzten Aktive des Nabu (Naturtschutzbund Deutschland) jetzt in Damm. Am ursprünglich geplanten Ort hatte ein Anwohner protestiert.  Foto:  privat
Neue Wildsträucher setzten Aktive des Nabu (Naturtschutzbund Deutschland) jetzt in Damm. Am ursprünglich geplanten Ort hatte ein Anwohner protestiert. Foto: privat

Etwa 20 Sträucher wollte der Jüchener Nabu an einem Waater Feldweg pflanzen. Eine gute Idee, die aber den Anwohnern nicht gefiel:. Sie wollten Feldahorn, Heimbuche, Haselnuss und roten Hartriegel nicht vor ihrer Haustüre haben. Die Konsequenz: Nabu-Ortsgruppen-Chef Rudolf Kuhn kehrte Waat den Rücken und pflanzte in Damm.

Bereits am 13. März sollten die von der Gemeinde gestellten Pflanzen ihren neuen Bestimmungsort in Waat finden. Doch der lange Winter machte den Naturschützern noch einen Strich durch die Rechnung. "Bei Bodenfrost kann einfach nicht gepflanzt werden", zeigte sich Kuhn enttäuscht.

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Was der Nabu macht

Mitglieder der Ortgruppe Jüchem im bundesweit aktiven Naturschutzbund kümmern sich auch um Schnitt und Pflege der Kopfweiden sowie die Pflege der Obstwiese an der Neusser Straße bei 3M. Außerdem haben sie die Patenschaft über einen Abschnitt des Jüchener Baches zwischen Aldenhoven und Bedburdyck übernommen.

Eine Woche später, am 20. März, dann der zweite Anlauf. Vom Spielplatz aus ging es in einem alten VW-Bus zu der Pflanzstelle. Diese hatte die Gemeinde Jüchen nach einer Ortsbegehung ausgwählt. Die Natuschützer sich mit Spaten und Handschuhen bewaffnet und hoben die ersten Pflanzlöcher aus. Doch viel weiter kamen sie nicht: Ein aufgebrachter Anwohner erklärte sich nicht damit einverstanden, dass die Wildsträucher so nahe an seiner Pferdewiese gepflanzt werden sollten.

Schließlich hatte er nicht, wie gefordert, von dem zuständigen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ein schriftliche Erklärung bekommen, dass die Pflanzen für seine Tiere ungefährlich seien. Auf Fragen der Presse wollte sich der Anwohner nicht äußern;; nach einer langen Diskussion einigten sich beide Parteien darauf, dass am folgenden Montag ein klärendes Gespräch bei der Gemeinde terminiert werden sollte.

Für die Nabu-Aktiven bedeutete dies: Spaten wieder einpacken, Aktion ohne Ergebnis abbrechen. "Natürlich können wir den Landwirt verstehen, der die Gesundheit seiner teuren Tiere nicht riskieren will", so Pressesprecher Kuhn. "Aber bei der Begehung wurde dieser Ort als passend ausgewählt. Es ist schon traurig, dass eine Naturschutzorganisation noch nicht einmal 20 Sträucher pflanzen darf." Warum gerade die ausgewählten Gewächse pflanzen? "Nur diese können Vögel und Insekten zur Ernährung und zum Schutz nutzen", sagt Naturschützer Kuhn.

Nach dem Gespräch bei der Gemeinde gab der Nabu die Waater Pflanzpläne auf: "Wir engagieren uns, weil es uns Spaß macht. Und nach solch' einer langen Diskussion macht es einfach keinen Spaß mehr", erklärt Kuhn

Stefan Weyerstraß. bei der Gemeinde Jüchen für Landschaftsschutz zuständig, wollte sich zu dem Streit nicht äußern. Er betonte, dass in Damm jetzt ein "unproblmatisches Stück Land weitab von anderen genutzten Flächen", gefunden worden sei." Dort wurdenjetzt unweit des Spielplatzes, 25 Sträucher eingepflanzt – ein kleines Stück Natur, das wohl niemanden stört.

Quelle: NGZ


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