Lenny Kravitz in Jüchen (NGZO). Rund sechs Stunden bevor Rocksänger Lenny Kravitz die Bühne im Polodrom betrat, drängten sich bereits die ersten Fans an den Absperrgittern am Eingang. Und die kamen aus ganz Deutschland ins beschauliche Jüchen.
Einsatzkräfte
Die Jüchener Malteser waren gestern mit 40 Mitarbeitern im Einsatz. Hinzu kamen rund 100 Mitarbeiter einer Security-Firma und 500 Mitarbeiter von Polo so wie einige Polizisten.
Jüchen Am Wegrand flattert rot-weißes Absperrband, überall stehen Ordner in grellgelben Signalwesten – rund vier Stunden vor dem Lenny-Kravitz-Konzert im Jüchener Polodrom herrscht die Ruhe vor dem Sturm.
Erst nach und nach füllen sich die Parkplätze, trudeln die ersten Besucher ein, die geduldig am Eingang auf den Einlass warten. Unter ihnen ist auch Karin Ebner. Sie hat sich erst am Vortag entschieden, nach Jüchen zu kommen, sich spontan in ihren Wagen gesetzt und sage und schreibe knapp 450 Kilometer zurückgelegt – in einen Ort, von dem sie bis gestern noch nie etwas gehört hatte. "Ich komme aus Stuttgart, war dort am Sonntag schon bei Lenny Kravitz und fand ihn so gut, dass ich beschlossen habe, auch nach Jüchen zu kommen – und dank meines Navigationsgerätes habe ich es auch gut gefunden."
Ihr Stuttgarter Autokennzeichen war am Montag bei weitem nicht das exotischste. So tummelten sich auf den Parkplätzen rund um den Polodrom nicht nur Autos mit Nummernschildern aus ganz Deutschland, sondern auch die farbigen aus den Nachbarländern. "Einige kannte ich nicht einmal", gesteht Philine Tillmanns, die bereits um 15.30 Uhr ihren Posten an den Absperrgittern vor dem Eingang bezogen hat. "Ich bin ziemlich klein, da muss man früh da sein, um einen guten Platz zu ergattern", erklärt die Kaarsterin, bei der langsam aber sicher der Puls steigt. Schließlich ist sie ein echter Kravitz-Fan, wie ihr Begleiter Pascal Tillmanns verrät: "Sie hat schon ganz schön viele CDs von ihm zu Hause, dennoch werden wir zwar lautstark mitsingen aber nicht rumkreischen."
Wie aufs Stichwort sind die ersten Töne des Soundchecks zu hören, die die Wartenden urplötzlich in eine summende und wippende Menge verwandelt. Dabei als besonders textsicher entpuppt sich Andre Schneider. Der aus Ratingen stammende Kravitz-Fan kann so ziemlich jedes Lied mitsingen und freut sich einfach auf einen netten Abend: "Jüchen finde ich super – die Leute sind hier wirklich sehr nett." Allerdings sei er und seine Begleiterin auf der Suche nach einem Biergarten in Jüchen selbst nicht fündig geworden. "Die Leute dort haben uns zum Polodrom zurückgeschickt", weiß der Ratinger zu berichten. Wohl eher ein Einzelfall, denn im Ort war ansonsten von den rund 6000 erwarteten Besuchern kaum etwas zu sehen. "Ich konnte nicht feststellen, dass heute hier mehr los ist als sonst", erklärt Elke Tummoscheit, die in Jüchen wohnt und noch kurz ein paar Besorgungen erledigte, ehe sie sich selbst auf den Weg zum Konzert macht – zu Fuß versteht sich.
Und zwar nicht als einzige – so machten sich am frühen Abend mehr Menschen auf den Weg aus Jüchen hinaus als hinein.
Porträt Elke Tummoscheit
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