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Jüchen: Was kommt nach dem Tagebau?

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 13:24

Jüchen (NGZ). Bis 2044 wird RWE Power im Tagebau Garzweiler II Braunkohle fördern. Nach der Rekultivierung kann das Areal vielfältig genutzt werden – für Landwirtschaft, Windkraft oder einen Jüchener Grüngürtel für Naturschutz.

Die Riesenbagger von RWE Power graben sich noch bis 2044 durchs Erdreich. Nach dem Tagebau kann das Gelände vielfältig genutzt werden.   Foto:  M. Reuter
Die Riesenbagger von RWE Power graben sich noch bis 2044 durchs Erdreich. Nach dem Tagebau kann das Gelände vielfältig genutzt werden. Foto: M. Reuter

Start für die nächste Runde im Landesentwicklungsplan (LEP): "Im September werden wir uns damit beschäftigen", kündigt Bürgermeister Harald Zillikens an. Geplant sind Gespräche mit Vertretern des Rhein-Kreises Neuss und der Nachbarstadt Grevenbroich. Ein Plan, der interessant wird: Denn er betrifft auch die Fläche des Tagebaus Garzweiler II. Dort baut RWE Power bis 2044 Braunkohle ab. "Nach der Rekultivierung ist eine vielfältige Gestaltung möglich, etwa für Landwirtschaft, für den Naturschutz oder Windkraftanlagen", sagt Zillikens.

1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle sollen im Tagebau Garzweiler II gefördert werden. "Auf Jüchener Gemeindegebiet wird eine Fläche von 1700 Hektar rekultiviert werden", erläutert Markus Kosma, Leiter der Abteilung Tagebauplanung bei RWE Power in Köln. Für die Zeit nach dem Braunkohleabbau gäbe es bereits detaillierte Pläne, die etwa im Rahmenplan bis 2045 oder im Abschlussbetriebsplan bis 2025 festgeschrieben seien. Wie sich eine frühere Tagebaufläche zu einem Naturschutzgebiet entwickeln kann, zeigt etwa der Blick nach Grevenbroich.

Info

Garzweiler II

Größe 48 Quadratkilometer.

Kohlevorrat Rund 1,3 Milliarden Tonnen.

Kohleförderung Jährlich zwischen 35 bis 40 Millionen Tonnen.

Förderbeginn 2006.

Umsiedlung 7600 Menschen aus 13 Orten. Umgesiedelt sind bereits 2300 Bewohner von insgesamt drei Dörfern.

"Im Elsbachtal ist ein Naturschutzgebiet mit interessanter Flora und Fauna entstanden", erläutert RWE-Sprecher Manfred Lang. Ziel der Rekultivierung sei stets Nachhaltigkeit. Das Thema werde von Wissenschaftlern in der Rekultivierungsstelle erforscht. So hätten sich in Grevenbroich etwa Tiere wie Hirschkäfer oder Haselmaus angesiedelt – Tiere, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Auf der Frimmersdorfer Höhe hat sich die Testanlage "Windtest" für Windräder angesiedelt.

Hirschkäfer und Haselmaus

Flächen für die Landwirtschaft, Platz für eine "Windpark"-Konzentrationsfläche und ein grünes Band, das zum Elsbachtal führt – das sind einige Möglichkeiten, die nach der Rekultivierung möglich sind. "Auch wenn wir die Umgestaltung dieser Fläche nicht mehr in unserer heutigen Funktion erleben werden: Die Planung ist eine spannende, vielfältige Aufgabe", sagt Bürgermeister Harald Zillikens – wie Lego, aber in realer Form.

Was es nicht geben werde, so der Bürgermeister: Ein "Chiemsee" in Jüchen. Der ursprünglich auf Jüchener Gebiet geplante "Restsee" mit einer Fläche von 23 Quadratmetern sei künftig auf Heinsberger Gebiet verschoben worden.

Mit dem Thema "Was kommt nach dem Tagebau?" sei die Verwaltung etwa beschäftigt, wenn es um ein Verkehrskonzept gehe oder die Wiederherstellung der Autobahn 46 in 2016/07: "Das Planverfahren läuft bereits", so Zillikens.

Quelle: NGZ

 
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