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Hilfe gegen Überschwemmungen: Wasserfluten sollen ein Ende haben

zuletzt aktualisiert: 24.06.2009 - 21:30

Hilfe gegen Überschwemmungen (NGZ). Kelzenberg (S.M.) Anwohner der Keltenstraße in Kelzenberg können hoffentlich bald aufatmen. Einstimmig beauftragte der Betriebsausschuss die Leitung des Abwasserbetriebs, die Ausschreibung für ein neues Verdunstungs- und Versickerungsbecken für Kelzenberg zu veranlassen. Ein „Schnellstmöglich“ mochte Dr. Helmut Löwenich (CDU), der Vorsitzende des Betriebsausschusses, der Verwaltungsvorlage noch anfügen, ansonsten war der Beschluss bloße Formsache.

Mehrere Male stand die Keltenstraße nach Regengüssen unter Wasser.  Foto: NGZ-Online
Mehrere Male stand die Keltenstraße nach Regengüssen unter Wasser. Foto: NGZ-Online

Der Handlungsbedarf steht außer Frage. Erst kürzlich meldeten sich Anwohner zu Wort, die angesichts starken Regens eine Neuauflage der Überschwemmungen des vergangenen Jahres befürchteten (die NGZ berichtete). Am 28. Mai, 2. Juli und 3. August 2008 hatten Wolkenbrüche dafür gesorgt, dass aus dem angrenzenden Feld wild abfließendes Wasser die Keltenstraße überflutete.

Grundstücke betroffen

Die Regenmengen hatten die gängigen „Rekorde“ gebrochen: Ende Mai 2008 registrierte der Erftverband einen Niederschlag von 41,5 Millimetern Regen innerhalb von 45 Minuten - 33 Millimeter davon waren bereits in den ersten 20 Minuten des Wolkenbruchs auf Kelzenberg eingeprasselt. Unter Experten handelt es sich dabei um ein so genanntes „Jahrhundertereignis“.

Anfang Juli gingen 37,7 Millimeter Regen innerhalb von sechs Stunden nieder - statistisch ist eine solche Menge nur alle 15 Jahre zu erwarten. So lange sollte es allerdings nicht dauern: Bereits einen Monat später war ein bislang nur alle 50 Jahre zu erwartender Guss fällig, bei dem der Erftverband 46,6 Millimeter Niederschlag innerhalb von vier Stunden gemessen hat.

Oswald Duda, Leiter des Abwasserbetriebs und im Rathaus Dezernent für die Technischen Dienste, präsentierte dem Ausschuss die Planung für das neue Rückhaltebecken, der zahlreiche Abstimmungsgespräche mit dem Erftverband, der Bezirksregierung und dem Kreis vorangegangen sind. Das Becken soll 2400 Quadratmeter groß werden und ein Fassungsvermögen von 1200 Kubikmetern aufweisen.

Mit der vorgesehenen Größe ist das Becken Oswald Duda zufolge auf „Jahrhundertereignisse“ ausgerichtet, die seit Beginn der 90er Jahre bekanntlich verstärkt auftreten. Sollten sich einmal zwei solcher Jahrhundertereignisse binnen weniger Stunden ereignen - den Fall gab es bislang zwar noch nicht, doch theoretisch denkbar erscheint er allemal -, wäre freilich auch die Kapazität dieses Verdunstungs- und Versickerungsbeckens überfordert.

Da die Versickerungsfähigkeit des Bodens hier nicht übermäßig gut ist, müsste in einem solchen Extremfall weiterhin mit Überschwemmungen gerechnet werden, wie Oswald Duda einräumte: „Absolute Sicherheit ist nicht möglich.“ Kosten soll das neue Becken rund 29 000 Euro.

Aktuell werden noch Gespräche geführt, ob die Baukosten für die Gemeinde dadurch gesenkt werden können, dass sich Anwohner im Wege der Nachbarschaftshilfe daran beteiligen.

Quelle: NGZ


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