Jüchen (NGZO). Jüchen wird als Firmenadresse bekannt: Internationale Firmen wie "Polo" locken weitere Unternehmen an. Direkt an der A46 werden neue Gewerbeflächen ausgewiesen. Sie bringen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.
Gewerbesteuer
2009 fiel die Gewerbesteuer in Jüchen mit 12,6 Millionen Euro hoch aus. Grund waren "umfangreiche Nachzahlungen", so Bürgermeister Harald Zillikens. Vor zwei Jahren waren 5,1 Millionen Euro eingenommen wurden, 2008 4,9 Millionen Euro. 2010 wird mit 12,6 Millionen Euro aus Gewerbesteuern gerechnet.
Jüchen Dank "Polo" schaut die Welt nach Jüchen: Stars wie Kevin Costner, Lenny Krawitz oder demnächst die Leningrad Cowboys geben der Land-Gemeinde einen Promi-Anstrich. Das will Bürgermeister Harald Zillikens nutzen – mit neuen Flächen für Gewerbe und Büros, nicht nur in Sichtweite der Polostraße. "Von internationalen Namen wie 3M oder Polo profitieren wir als Gewerbestandort. So viele Flyer könnten wir gar nicht drucken, um einen vergleichbaren Effekt zu erreichen", weiß der Verwaltungschef.
Warum neue Gewerbegbiete wichtig sind: Sie bringen Arbeitsplätze und Einnahmen an Gewerbesteuern. Deren Höhe ist für die Kommunen ein Problem, weil sie schwer zu prognostizieren ist. "2009 haben wir in Jüchen von der Wirtschaftskrise noch nichts gespürt", sagt Harald Zillikens. Grund seien Nachzahlungen aus den vergangenen zwei Jahren gewesen. 12,6 Millionen Euro wurden an Gewerbesteuern eingenommen. "Für 2010", so Gemeindesprecher Norbert Wolf, "sind Einnahmen von neun Millionen Euro angesetzt."
Was Jüchen als Lager- und Umschlagplatz attraktiv macht: Man ist schnell weg, etwa über die Autobahn 46. "Moderne Gewerbegebiete funktionieren nur mit einer direkten Autobahnanbindung", sagt der Bürgermeister. Ein Beispiel: Robert-Bosch-Straße. Bereits im Frühjahr können sich in Sichtweite von "Polo" "erste Firmen ansiedeln" sagt Norbert Wolf, Wirtschaftsförderer und Pressesprecher. Die 43 000 Quadratmeter große Fläche wird gerade erschlossen, Grundstücke ab 1500 Quadratmeter Größe stehen zum Verkauf. Hier, zwischen dem Motorradbedarf und dem Neubaugebiet "Auenfeld", gibt es laut Bebauungsplan neue Adressen für "nicht störende Gewerbebetriebe", Büros und Verwaltungsgebäude. Wegen der Nähe zu den Wohngebieten seien Auflagen für Geruchs- und Lärmaufkommen zu berücksichtigen.
In der Entwicklungsphase befindet sich das acht Hektar große Industrieareal "Jüchen-Ost" (Fläche gegenüber von "3M"). Der Flächennutzungsplan ist bereits geändert, die frühzeitige Bürgerbeteiligung abgeschlossen. Nächster planungsrechtlicher Schritt: Der Bebauungsplan wird aufgestellt. "Bis die erste Firma aufmacht, wird erfahrungsgemäß ein Jahr vergehen", schätzt der Gemeindesprecher.
Dass sich dort in Richtung Gierath überhaupt Gewerbe ansiedeln kann, war nur durch einen 1:1-Flächentausch möglich geworden. Acht Hektar in Hochneukirch, unweit des Bahnhofs, waren für Jüchen-Ost aufgegeben worden – nach Meinung des Bürgermeisters ein guter Tausch, besonders wegen der "besseren Verkehrsanbindung".
Was jetzt mit diesen früheren Flächen passieren kann, erläutert Norbert Wolf: "Nur ein Teil der Fläche befand sich bereits im Besitz der Gemeinde, der Rest in privater Hand." Dieses Areal würde im künftigen Flächennutzungsplan wieder als Ackerland ausgeführt.
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