Jüchen (NGZO). DIE NVV plant eine Biogasanlage zwischen Wanlo und Hochneukirch. Nach der ersten Bürgerinformation in Wanlo rechnet Prokurist Paul Rutten mit Widerstand. In Hochneukirch fürchten die Bürger mehr Lärm und Verkehr.
Hochneukirch Am Dienstagabend will die NVV über ihr aktuelles Großprojekt Biogasanlage informieren. Zwischen Wanlo und Hochneukirch ist der Bau auf einem 4,5 Hektar großen Areal geplant. Auf Hochneukircher Seite besteht Informationsbedarf – und das dringend. Peter Dederichs, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen aus Hochneukirch, beschreibt die Stimmung in seinem Wohnort: "Windräder, Kompostierungsanlage und jetzt noch eine Biogasanalge: Hochneukirch verkommt zum Hinterhof von Mönchengladbach." Solche Vorwürfe überraschen NVV-Prokurist Paul Rutten nicht. "Nach der ersten Bürgerinformation in Wanlo rechnen wir mit Protesten und Widersprüchen", sagte er am Sonntag im Gespräch mit der NGZ.
Alternativ-Standort
Als Alternativstandort war auch ein Teil des interkommunalen Gewerbegebiets im Gespräch. Doch: "Das Grundstück war zu teuer; zudem befindet sich ein Teil des Areals in Erbpacht", sagt Paul Rutten. Aus Sicht des Prokuristen sei der jetzige Standort "der günstigste" – auch wegen der Nähe zur Kompostierungsanlage.
Rund 9,8 Millionen Euro will der Energieversorger in das neue Projekt investieren. 2011 soll die Biogasanlage fertig gestellt sein: Mais und Rindergülle werden zunächst in Biogas, dann in Erdgas umgewandelt und direkt in das Netz eingespeist. Die NVV rechnet mit der Produktion von 3,1 Millionen Kubikmeter Biomethan – genug, um durchschnittlich 1500 Haushalte zu versorgen.
Doch viele Hochneukircher haben genug. Peter Dederichs nennt als kritischsten Punkt "die Verkehrsproblematik": "Wie sollen denn die Transporter fahren? Im Süden liegt der Tagebau, im Norden Mönchengladbach, im Westen Erkelenz. Da bleiben doch nur die Straßen von Hochneukirch." Würde die Verkehrsbelastung nicht zunehmen, hätte Dederichs "nichts gegen den Bau einer solchen Anlage".
Die Sorge vor mehr Verkehr und mehr Lärm kennt Peter Rutten aus der Bürgerinformations-Veranstaltung in Wanlo. "Das ist eine gewisse Belastung", räumt er ein. Klar, dass niemand von dieser Aussicht begeistert sei. Für das Großprojekt muss jetzt der Flächennutzungsplan geändert werden. Nach der Bürgerinformation haben Bürger, aber auch Anliegerkommunen wie etwa Jüchen, die Möglichkeit, offiziell Widersprüche und Bedenken vorzubringen. "Die Entscheidung treffen der Stadtrat in Mönchengladbach und die Bezirksregierung in Düsseldorf", zeigt Paul Rutten den planungsrechtlichen Weg auf.
Angst vor Gestank sei unbegründet, so der NVV-Prokurist: "Dies hat es nur bei alten Anlagen gegeben." Moderne Biogas-Anlagen wie die in Wanlo stellten dagegen "komplett geschlossene Systeme" dar.
Info NVV-Infoveranstaltung am Dienstag, 19. Januar, 19 Uhr, in der Hauptschule, Mühlenstraße.
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