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Jüchen: Zillikens sucht Lösch-Partner

VON PETER BÖTTNER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012

Jüchen (NGZ). Bürgermeister Harald Zillikens hat ein neues Lieblingsthema: die interkommunale Zusammenarbeit beim Brandschutz. Durch die Kooperation mit anderen Feuerwehren will Zillikens Geld und Ressourcen sparen.

Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels in der Atemschutzwerkstatt der Jüchener Feuerwehr. Bürgermeister Harald Zillikens will die Kosten der Einrichtung durch Kooperationen senken.  Foto:  Lothar Berns
Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels in der Atemschutzwerkstatt der Jüchener Feuerwehr. Bürgermeister Harald Zillikens will die Kosten der Einrichtung durch Kooperationen senken. Foto: Lothar Berns

Rund 660 000 Euro muss die Gemeinde im laufenden Jahr für die Freiwillige Feuerwehr ausgeben. Zuviel, findet nicht nur Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens. Er will beim Brandschutz sparen und dafür mit anderen Kommunen zusammenarbeiten. "Ich denke, dass es nicht sinnvoll ist, wenn jede Stadt eine eigene Atemschutzwerkstatt unterhält, statt die Ressourcen zu bündeln", nennt Zillikens eine von vielen Kooperationsmöglichkeiten.

"Kreatives Sparmodell"

Besagte Atemschutzwerkstatt wird im laufenden Jahr rund 13 000 Euro verschlingen. Mit dem Geld werden die Membrane der Atemschutzgeräte gewechselt und die Druckminderer ausgetauscht. "Diese Ausgaben sind wichtig, aber sie können in der Kooperation aufgefangen werden", sagt Zillikens. Seine Idee hat er bereits beim regelmäßigen Gedankenaustausch der Bürgermeister vorgestellt. Beim kommenden Treffen will er es erneut platzieren. "Ich möchte ausloten, welche Kreiskommune Interesse hat, mit uns an punktuellen oder weitergehenden Kooperationen zu arbeiten."

Info

Jüchener Feuerwehr

Chef An der Spitze der Jüchener Wehr steht Heinz-Dieter Abels. Er übernahm am 1. Dezember das Amt von Mario Heitbrink.

Löschzüge Rund 130 Wehrleute verteilen sich auf fünf Löschzüge. Die Einheiten stehen in Jüchen Gierath Hochneukirch Kelzenberg und Waat.

Zillikens Vorstoß trifft bei Landrat Hans-Jürgen Petrauschke auf offene Ohren: "Die Frage, ob die Kommunen im Kreis zusammenarbeiten stellt sich nicht mehr. Allein die Frage nach dem ,Wie' ist entscheidend. Die Kooperation bei Feuerwehren ist ein geeigneter Weg, die Kommunen zu entlasten."

Bisher ist die Resonanz aus dem Kreis allerdings verhalten, im Grevenbroicher Rathaus war Zillikens Idee noch gar kein Thema. "Mir ist es letztlich aber auch völlig egal, ob diese Zusammenarbeit mit einer kreisangehörigen Kommune funktioniert, oder mit der Berufsfeuerwehr in Mönchengladbach", sagt Zillikens. Selbst eine Kooperation mit den gut ausgestatteten Werks-Feuerwehren kann sich Zillikens vorstellen. Im Gegensatz zu einer zentralen Koordinierungsstelle. "Wo sich Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben, sollte die Verwaltung individuelle Absprachen treffen – etwa bei der Schlauchwäsche."

Auch die Jüchener Bündnisgrünen haben das Thema vor dem Hauptausschuss aufgegriffen. "Ein kreatives Sparmodell – aber die Sicherheit muss oberstes Gebot bleiben. Ob eine dezentrale Wehr diesem Anspruch genügt, muss sorgfältig geprüft werden", sagt Fraktionschef Thomas Dederichs.

Quelle: NGZ


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