Jüchen (NGZ). Jüchen Trecker so weit das Auge reicht: In Deutzgrün, Lanzgrau und -blau standen am Wochenende alte Vehikel und neue, hoch technisierte Schlepper in Reih und Glied und lockten beim dritten Trecker Treff der Odenkirchener Landjugend tausende Besucher an.
Allein das Starten der alten Maschinen verursachte Menschentrauben. Marcel Schauf gehört zu den jüngeren Treckerfans und startet im Beisein der Schaulustigen mit offener Flamme einen Lanz Bulldog von 1936. „Das braucht Zeit“, weiß Horst Ellinghaus, Landmaschinen-Spezialist aus Hochneukirch. „Die Maschine hat einen Glühkopfmotor. Wenn eine bestimmte Temperatur erreicht ist, wird der Diesel in den Zylinderkopf gespritzt“, erklärt er.
Schauf ist Fußballer beim Tus Grevenbroich, arbeitet als Wirtschaftsingenieur in Willich und hat mit Landwirtschaft eigentlich nichts am Hut. Die Trecker-Leidenschaft bekam er von seinem Vater Michael übertragen. „Vor drei Jahren hat er bei einem Trecker Grand Prix zum ersten Mal einen Bulldog gesehen und seitdem ist er noch verrückter als ich“, erzählt der Gustorfer. „Das ist unser Hobby. Wir basteln jeden Tag, stecken Zeit und Geld in alte Maschinen und sind froh, Bekannte wie die Ellinghaus Brüder zu haben, die ihre Fachkenntnisse an uns weiter geben.“
Auch bei den Ellinghaus Zwillingen aus Hochneukirch hat sich das Interesse vom Vater auf die Söhne übertragen. Horst und Helmut Ellinghaus erlernten wie der Vater den Beruf des Landmaschinenmechanikers. „Unser Vater hatte immer einen alten Trecker auf dem Hof, den er reparierte“, erzählt der 41-jährige Horst Ellinghaus. Während er heute als KFZ-Mechaniker in Köln arbeitet, blieb sein Bruder Helmut in seinem ursprünglichen Beruf und ist bei Strerath in Mönchengladbach Sasserath hauptsächlich mit der Wartung von Traktoren beschäftigt. Stolz zeigt Horst Ellinghaus einen Lanz Bulldog aus dem Jahre 1958. „Der hat einen Zylinder, einen Zweitaktmotor und einen zehn Liter Hubraum“.
Während Schaulustige über die Wiesen wandern, liefern sich Treckerfahrer ein Rennen auf der Stoppelfeldpiste. In neun Sekunden schaffen es die Fahrer in ihren röhrenden Landmaschinen die 100 Meter Strecke. Auf einem anderen Acker der Familie Steinfartz wird gegrubbert und gepflügt. Beim Ziehen von Baumstämmen werden die Kräfte der Traktoren gemessen.
Marcel Langen und Michael Aretz sind Vorstand der Odenkirchener Landjugend und zufrieden mit der sehr guten Resonanz. Sie stehen der Gruppe von 42 Jugendlichen im Alter von 16 bis 30 Jahren vor. „Ein drittel von uns hat zu Hause selber Landwirtschaft. Andere arbeiten auf einem Hof oder haben wie ich Landwirtschaft als Hobby“, erzählt Langen, der als Tierarzt arbeitet.
„Beim dritten Trecker Treff konnten wir 160 Aussteller gewinnen“, erzählt Aretz, der selber Landwirt in Hemmerden ist. Die Odenkirchener Landjugend trage traditionell seit 50 Jahren Odenkirchen im Namen. Zu ihr gehören aber Leute aus Gladbach, Wickrath, Grevenbroich und Jüchen. „Wir sind ein eigenständiger Verein und gehören zum Dachverband der Rheinischen Landjugend“, erklärt Langen. Vor ein paar Jahren habe der Verein nach einer weiteren Veranstaltung neben dem Tag des offenen Hofes gesucht. „Die Resonanz gibt uns Recht. Tausende Besucher, jede Menge Trecker und die auch noch in Bewegung. Das fasziniert doch alte und junge Menschen“, freut sich Aretz.
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