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Kaarst: 16 Blicke auf eine Insel

VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 10:10

Kaarst (NGZO). "Portable Portland – 16 Künstler tragen eine Insel fort" heißt eine neue Ausstellung in der Galerie Splettstößer, die eine große und spannende Vielfalt von individuellen Eindrücke von der britischen Halbinsel widerspiegelt.

Einen Raum im Raum hat Dieter Krüll für die Ausstellung in der Galerie Splettstößer konstruiert.   Foto:  L. Berns
Einen Raum im Raum hat Dieter Krüll für die Ausstellung in der Galerie Splettstößer konstruiert. Foto: L. Berns

17 Meilen nur Küste mit Kieselsteinen, die unerklärlicherweise von Süden nach Norden gleichmäßig nach Größen geordnet sind; ein Strand, der zum Weltkulturerbe Jurassic Coast gehört; vier Dörfer, viel Weideland und ein Gefängnis – damit sind die wichtigsten Merkmale der britischen Halbinsel Portland schon aufgezählt.

Dass sie jetzt in den Mittelpunkt einer Ausstellung rückt und sich dabei in vielerlei Facetten zeigt, ist zwei Künstlern zu verdanken: Suse Wiegand aus Kaarst und Dieter Krüll aus Neuss. Suse Wiegand hat die Insel über die Freundschaft mit der englischen Künstlerin Judith Frost entdeckt. Diese wiederum hatte dort zwei Häuser erworben und mit Wiegand renoviert – eines als eigenes, das andere als Gast-Atelier.

Info

Eröffnung

Die Ausstellung wird am Sonntag, 31. Januar, um 12 Uhr eröffnet und läuft bis 13. März. Kurator Dieter Krüll wird in die Schau einführen; zu Gast sind unter anderem der britische Generalkonsul Malcolm Scott, Bürgermeister Franz Josef Moormann und Sparkassen-Vorstandsmitglied Volker Gärtner.

Seit 1994 haben zahlreiche deutsche und englische Künstler aus dem Umfeld der beiden Künstlerinnen im "Dead House" (Totenhaus, was es mal wirklich war) gearbeitet – anderem Dieter Krüll und Annette Stöckler, Thomas Brandt und Christiane Brandt, Gottfried Wiegand und Martel Wiegand, Natasha Borowsky oder Marianne Reiners-Maaz. Sie alle haben Skizzen, fertige Bilder oder zumindest Ideen dafür mit nach Hause gebracht.

Eine Ausstellung von vielen Künstlern über einen einzigen Ort – das spukte Dieter Krüll schon seit längerem im Kopf herum. Und bot sich Portland dafür nicht geradezu an? In Brigitte Splettstößer fand er die Galeristin, die von seiner Idee begeistert war und ihm auch die Zeit ließ, die vielen Bilder zu sortieren und zu hängen.

Rund 200 nämlich hat Krüll für "Portable Portland" (Tragbares Portland) ausgesucht, aus seinen Arbeiten und denen von 15 weiteren Künstlern, die ihm alles überlassen haben. Die Fülle der Objekte und die Art der Präsentation legen den Gedanken an eine Petersburger Hängung nahe, allerdings passt sie selten so gut wie an dieser Stelle und zu diesem Anlass.

Ob Zeichnungen, Fotografien, Holzobjekte, ob Skizzen oder fertige Bilder – die Schau offenbart eine Fülle an individuellen Künstlerhandschriften, die gleichwohl einen gemeinsamen Ausgangspunkt haben: die Eindrücke von Portland. Mal geben die Arbeiten Assoziationen, mal Gesehenes wieder, in der ganzen Bandbreite von rein Figürlichem bis zum völlig Abstrakten. Spannend und hochinteressant, weil es in der Fülle der Details manchmal Verblüffendes zu entdecken gilt.

Da findet sich bei Martel Wiegand und Dieter Krüll dieselbe Laterne, da fühlt sich der Zeichner Thomas Brandt zu einem Holzobjekt (eine Ankerkette) angeregt; da überzeugt die Malerin Marianne Reiners-Maaz mit perspektivisch überraschenden Fotos. Ein Ausstellung mithin, die zum langen Bleiben und Schauen einlädt.

Quelle: RP

 
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