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Kaarst: Auch Boris Becker spielte in Kaarst

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010 - 12:50

Kaarst (NGZO). Zum sechsten Mal ist Kaarst ab diesem Wochenende Schauplatz eines Tennisturniers, in dem es um Weltranglistenpunkte geht. Zu Training und Schaukämpfen waren auch schon die ganz Großen der Branche da.

Roter Trainingsdress zu roter Mähne: Boris Becker wusste in Kaarst schon vor gut einem Vierteljahrhundert, was schick ist. Foto: NGZ
Roter Trainingsdress zu roter Mähne: Boris Becker wusste in Kaarst schon vor gut einem Vierteljahrhundert, was schick ist. Foto: NGZ

Nichts gegen Dominik Meffert. Schließlich ist der 28 Jahre alte Aachener – beim am Sonntag beginnenden Tennisturnier in der Büttgener Tespo an Position eins gesetzt – zweifacher Deutscher Mannschaftsmeister. Und auf der Weltrangliste, für die es in der kommenden Woche neben einem Gesamtpreisgeld von 15 000 Dollar auch Punkte zu gewinnen gibt, wird er auf Rang 170 geführt.

Doch verglichen mit den Branchengrößen, die schon in Kaarst gespielt haben, ist Meffert eine kleine Nummer. John McEnroe war da. Boris Becker hat mit ebenso auf Kaarster Asche trainiert wie Patrick Kühnen, Charly Steeb oder Eric Jelen. Martina Navratilova hat hier aufgeschlagen. Und die Schweden um Stefan Edberg und Magnus Gustafsson fühlten sich an der August-Thyssen-Straße ebenfalls wohl.

Dort, im Gewerbegebiet Am Hüngert, hatte der Immobilienkaufmann Kurt Weber Anfang der achtziger Jahre seinen Traum verwirklicht: ein riesiges überdachtes Tenniszentrum mit Hotel. Das Besondere: Während unterm Dach sonst meist auf Teppich gespielt wird, gab es im "Open-Air-Tennispark" Aschenplätze. Wie draußen. Das machte es für das Training so beliebt, denn wer auf Asche spielt, brauchte sich nicht umzustellen.

Doch Weber hatte sich verkalkuliert. Die überdimensionierte Anlage mit dem aufschiebbaren Hubdach verschlang enorme Investitions- und Betriebskosten. Trotz Star-Besuch wurde der Traum zum Albtraum. Der für Weber erst endete, als er den Komplex 1986 an Ernst-Ludwig Hansmann verkaufte. Hansmann, der mit dem elterlichen Lebensmittelgeschäft begann und irgendwann Herr über alle Famka-Märkte war, war Tennis-verrückt: Sein Engagement, nicht nur in Sachen Geld, machte die zehn Deutschen Mannschaftsmeistertitel des TC Blau-Weiss Neuss zwischen 1983 und 1994 erst möglich. Den letzten holte sich das Ensemble, das zeitweise identisch mit der Daviscup-Mannschaft war, teilweise in Kaarst. Wegen Dauerregens wurde das erste von zwei Endspielen gegen Etuf Essen in den Tennispark verlegt. Dort gab es eine 4:5-Niederlage – die Neuss später mit einem 6:3-Sieg "reparierte".

In den Tennispark hatte Hansmann bald sein "Hauptquartier" verlegt, und "seine" Spieler trainierten auch dort. "Mit Gustavo Kuerten und Rafael Nadal waren zwei spätere Weltranglistenerste darunter", erinnert sich der 72-Jährige, der in Neuss und auf Mallorca lebt. Die Tennis-Bundesliga unterstützt er weiter, auch wenn ihn stört, "dass die deutschen Spieler kaum zu bezahlen sind." Vielleicht findet er ab Sonntag ja einen preiswerteren.

Quelle: RP

 
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