Kaarst (NGZ). Kaarst Die Einwohnerzahl wird kontinuierlich steigen von 41 837 am 31. Dezember 2007 auf kalkulierte 42 441 zum 31. Dezember 2013. Trotzdem werden die Schülerzahlen Jahr für Jahr abnehmen:
Während zurzeit 4448 Kinder und Jugendliche in Kaarst die Schulbank drücken, wird diese Zahl gemäß der neuesten Prognose der Verwaltung im Schuljahr 2013/2014 auf 3854 zurückgehen. Bedeutet das nun, dass nach Büttgen weitere Grundschulen zusammengelegt werden müssen? Oder müssen Eltern sogar mit Schulschließungen rechnen?
Schulamtsleiterin Dr. Anke John verneint beides: „In den kommenden drei Jahren wird es keine Schulschließungen oder Fusionen geben. Wir wollen beobachten, ob die Prognosen wirklich eintreffen - und nach den drei Jahren dann dem entsprechend reagieren.“ Dass die beiden Grundschulen in Büttgen zusammengelegt werden, bleibt hiervon unberührt. Zum Beispiel werden in diesem Jahr erstmals Wanderbewegungen sichtbar, die durch die wegfallenden Schulbezirke zustande kommen. Ob allerdings wirklich so viele Eltern ihre Sprösslinge nicht zur örtlich am nächsten gelegenen Schule schicken, ist eine der offenen Fragen.
Zurzeit gibt es 1650 Grundschüler in Kaarst - diese Zahl wird bis 2013/2014 auf 1400 sinken. Zuzüge durch Baumaßnahmen wurden berücksichtigt, soweit dies möglich ist. Trotz der Neubaumaßnahmen im Zentrum von Vorst wird die dortige Gemeinschaftsgrundschule stark schrumpfen: Wurden dort 2003/2004 noch 202 Kinder unterrichtet, sank die Zahl auf aktuell 186. Für das Schuljahr 2013/2014 rechnet die Schulverwaltung mit nur noch 120 Schülern.
Und wie sieht die Entwicklung bei den weiterführenden Schulen aus? Werden die beiden Gymnasien fusionieren? „Das wird auf Jahre hinaus kein Thema sein“, ist Schulausschussmitglied Dorothea Zillmer (CDU) sicher. Kurzfristig wird die Zahl der Schüler an Kaarster Gymnasien sogar ein wenig ansteigen.
Die Entwicklungen an den anderen weiterführenden Schulen ist ebenfalls wenig einschneidend: So werden die beiden Realschulen auch weiterhin dreizügig geführt werden können bei künftig etwas kleineren Klassenstärken.
Die Elisabeth-Selbert-Realschule in Büttgen wird in fünf Jahren voraussichtlich 38 Schülerinnen und Schüler weniger haben, deutlicher fällt der Rückgang an der Realschule Halestraße aus: Er sinkt von aktuell 470 auf vermutlich 383 Schulkinder - immer noch genug für eine Dreizügigkeit. Außer, dass in jeder Klasse ein paar Schüler weniger unterrichtet werden. Die Hauptschule wird derzeit von 333 Jugendlichen besucht.
Sie ist dreizügig, wird mittelfristig aber zweizügig werden. Für das Schuljahr 2012/2013 rechnet die Verwaltung nur noch mit 218 Schülern. Bei diesem Schultyp sind die Schätzungen besonders schwierig - das liegt an den Schulformwechslern nach Ablauf der Erprobungsstufe und auch daran, dass auch die Pädagogische Ambulanz ihre Kinder zum Lernen nach Büttgen schickt.
Die Martinusschule - eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, ist gemäß Schulentwicklungsplan ebenfalls nicht in ihrem Bestand gefährdet. Schulorganisatorische Maßnahmen im Bereich der weiterführenden Schulen müssen nicht getroffen werden. Herausforderungen könnten hier jedoch in Form von Ganztagsunterricht entstehen, der sich jedoch derzeit nicht gerade besonderer Beliebtheit zu erfreuen scheint (die NGZ berichtete).
„Ganztagsunterricht ist zurzeit ein Thema - wobei noch darüber gesprochen wird, welche Schule für diese Unterrichtsform in Frage kommt“, berichtet Dr. Anke John.
8,05 Prozent der Schüler sind ausländische Kinder, hinzu kommen 1,12 Prozent Aussiedler. Die Gemeinschaftshauptschule Kaarst-Büttgen bietet ihnen Deutschunterricht an - was von 13 Kindern genutzt wird.
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