Kaarst (NGZ). Der CDU-Ortsverband Kaarst und die Grünen wollen den freien Blick auf das Wäldchen nördlich der Alten Heerstraße bewahren und setzen sich gegen eine Bebauung städtischer Grundstücke ein. Fakt ist aber auch: Kaarst braucht Geld.
Der Bendbusch, das kleine Wäldchen nördlich der Alten Heerstraße in Kaarst, ist ein politisches Dauerbrennerthema – weil es auf der einen Seite um die Natur geht, auf der anderen Seite aber auch ums Geld. So, wie es aussieht, muss die Stadt in den kommenden Jahren Millionen einsparen. Deshalb wird über Kaarsts "letzte Spaziergänger- und Hundebesitzeroase" jetzt wieder gesprochen. Die Frage ist, wie nah man dem Grünzug mit einer geplanten Wohnbebauung auf die Pelle rückt.
Ausgleich fürs Ökokonto
Zur Erinnerung: Für die Fläche zwischen Broicherdorfstraße und Alte Heerstraße läuft seit Jahren ein Bauleitplanverfahren. Eine erste Planung wurde verworfen, weil sie nicht die Zustimmung aller Politiker fand. Mittlerweile hat eine Kaarster Planungsgemeinschaft, bestehend aus dem Architektenbüro Bierholz und Ebel und dem Ingenieurbüro Kaiser, Ideen für ein Neubaugebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern zu Papier gebracht. Die aktuelle Bauleitplanung steht demnächst zur Beratung an. In diesem Entwurf ist die Fläche nördlich der Alten Heerstraße nicht mit einbezogen. Dort, auf bislang freiem Feld, gehören der Stadt zwei weitere erschlossene Grundstücke, die sie verkaufen und zu Geld machen könnte. Der Bendbusch grenzt quasi rückwärtig an diese Grundstücke an.
Protest-Aktion
Die Plakate waren nicht zu übersehen: Circa 15 bis 20 Kinder haben am vergangenen Sonntag bei der Protest-Aktion "Malen für den Bendbusch" mitgemacht. Platziert wurden die Kunstwerke auf den Grundstücken, die bebaut werden sollen.
Organisiert wurde selbige vom CDU-Ortsverband Kaarst.
Der CDU-Ortsverband Kaarst und die Grünen setzen sich gegen eine Erweiterung der Bebauungspläne auf die städtischen Grundstücke ein. "Im Kaarster Westen ist in der Vergangenheit so viel gebaut worden", sagt CDU-Ortsverbandschef Thorsten Schmitter. Vor Jahren habe man beschlossen, von der gesamten Fläche nördlich der Alten Heerstraße die Finger zu lassen – als Ausgleich für das städtische Ökokonto. Dort jetzt per Salami-Taktik zwei Grundstücke herauszuschneiden, sei nicht richtig. "Konsequenterweise muss sonst eine Bebauung entlang der ganzen Straße erlaubt werden – nicht nur für die Stadt, sondern auch für private Grundstückseigentümer."
Christian Gaumitz, Fraktionsvorsitzender der Kaarster Grünen, sagt: Das Wohl der Stadt könne trotz Finanzkrise nicht vom Verkauf zweier städtischer Grundstücke abhängen. "Darauf kommt es wirklich nicht an."
Es gibt aber auch Politiker, die das anders sehen. SPD und FDP wollen, dass der Bebauungsplan erweitert wird. Und auch CDU-Stadtverbandschef Lars Christoph findet die Argumentation der Parteikollegen vom Ortsverband "nicht nachvollziehbar". "Schließlich reden wir hier nicht von der Abholzung eines kompletten Waldes zugunsten eines Baugebietes. Das Thema wird jetzt in der Fraktion diskutiert." CDU-Fraktionschefin Dorothea Zillmer formuliert es so: "Das Geld ist knapp. Keiner will, dass gespart wird. Dann muss man eben gucken, dass man die städtischen Einnahmen erhöht."
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