Kaarst (NGZ). Acht Musiker, acht Ukulelen und ein Repertoire von Klassik über Blues bis hin zu Rock- und Pophits aus allen Jahrzehnten – das ergibt in Summe einen unterhaltsamen Abend. Jedenfalls wenn es sich bei den acht Musikern um das "Ukulele Orchestra of Great Britain" handelt. Dieses eigentümliche, aber äußerst talentierte Gespann war im Albert-Einstein-Forum in Kaarst zu Gast und begeisterte dort mit viel Spielkunst auf der kleinen Schwester der Gitarre.
Was die Ukulele nicht hergab, besorgten die Damen und Herren aus Großbritannien mit dem Mund. Ob Windgeheul und Mundharmonika für das "Django"-Thema, Choräle oder der einfache Gesangspart bekannter Hits, jeder der acht Akteure bewiesen außer flinken Fingern auf den teilweise winzigen Instrumenten, dass sie auch gesangstechnisch alle Spielarten beherrschten. Mehr noch, sie interpretierten einige Stücke neu und schälten aus gewöhnlichen Hits das Schöne heraus. Die Männer taten sich, typisch britisch, mit gepflegt trockenem Humor und leicht flegelhaftem Benehmen hervor und unterstrichen durch ihre Zwischenbemerkungen immer, dass das Ukulele Ochestra trotz großartiger musikalischer Leistung sich selbst nicht so ganz ernst nimmt. Unter anderem erfuhren die Zuschauer so, dass der Limehouse-Blues nach dem Geburtshaus von Amy Limehouse benannt wurde und dass die Ukulele in eigentlich jeder musikalischen Sparte eine wichtige Rolle einnimmt. Darüber hinaus waren den Abend über subtile Comedy-Einlagen zu beobachten, wenn etwa die eine Hälfte des Orchesters gedankenverloren ihre Instrumente sauber wischte oder Privatgespräche führte, während die Kollegen im Spiel waren.
Die Briten bewiesen eindrucksvoll, dass sehr kleine Gitarren und viel Spielwitz durchaus jedes andere Instrument zu ersetzen in der Lage sind.
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