Kaarst (NGZ). Seit Dienstagabend wird die einst heftig diskutierte Holz-Installation "Brücke über den Nordkanal" von kunstvoll arrangierten Halogen-Sparlampen angestrahlt. Die Stromkosten übernimmt der Förderverein.
Wer mit der Regiobahn bis zur Endstation "Kaarster See" fährt, der hat es direkt vor sich, das Kunstwerk "Brücke über den Nordkanal". Vor knapp zwei Jahren wurde die Holz-Installation des Kaarster Bildhauers Wilhelm Schiefer offiziell eröffnet – nach jahrelangem Streit zwischen Politik und Kunstförderern über dessen Optik und Finanzierung. Mehr als 100 000 Euro kostete der Bau seinerzeit. Mehr als die Hälfte der Summe kam aus einem Fördertopf des Landes. Jetzt gibt es eine zusätzliche Attraktion.
Regiobahn-Chef Joachim Korn hatte die Idee dazu, das "Tor zur Regiobahn" zu verschönern. "Das Kunstwerk sollte auch bei Dunkelheit ins rechte Licht gerückt sein", erklärte Korn, und so kam ihm der Einfall, das Objekt zu illuminieren. Am Dienstagabend wurde diese Beleuchtung bei Einbruch der Dunkelheit unter den Augen der Beteiligten offiziell eingeschaltet. Neben dem Initiator Regiobahn waren die Elektrofirma Jansen und RWE Rheinland Westfalen Netz für die Installation und Finanzierung der Beleuchtung zuständig.
Probe-Leuchten
Vor der offiziellen Einweihung der illuminierten Brücke gab es diverse Probe-Beleuchtungen, um siche zustellen, dass die Lampen keine Autofahrer oder Fußgänger blenden.
Den besten Blick auf das beleuchtete Kunstobjekt gibt es vom Bahnsteig der Regiobahn aus.
Sechs RWE-Auszubildende übernahmen unter der Leitung eines Elektrofachmanns das Verlegen der Elektroleitungen inklusive der Aushebung einiger Gräben. Rund 14 Tage haben diese Arbeiten gedauert. Markus Albiez, Leiter des Fördervereins "Kunst am Bodendenkmal Nordkanal", der nicht nur die Pflege und den Unterhalt, sondern auch die Stromkosten von etwa 300 Euro pro Jahr übernimmt, wies noch einmal auf die Idee hinter der Illuminierung hin: "Die Brücke soll nicht nur hell gemacht, sondern künstlerisch beleuchtet werden. Das Kunstwerk wird so nachts auf neue Art sichtbar und ist damit vollendet worden." Verantwortlich für die Anordnung der Lichter ist die Lichtarchitektin Monika Lohmann. Sie entwarf ein Modell am Computer, das dann mit dem Brückenkünstler Schiefer besprochen wurde. "Einige Details wurden noch geändert, aber nun bin ich sehr zufrieden damit", verriet Schiefer und fügte hinzu: "Die Beleuchtung ist eine Bereicherung für das Kunstobjekt und auch für mich."
Per Zeitschaltuhr werden die Halogen-Sparlampen mit 15 oder 35 Watt nun jeden Abend bei Anbruch der Dämmerung das Objekt auf besondere Weise anstrahlen, ab 0 Uhr eine Pause einlegen und um 5.30 Uhr noch einmal bis zur Dämmerung angehen. Auf diese Weise werden Stromkosten gespart. Bürgermeister Franz-Josef Moormann verriet, dass das Kunstobjekt inzwischen Besuchsziel Nummer eins bei Stadtführungen ist.
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