Kaarst (NGZ). Die CDU hat einen dementsprechenden Antrag in den Jugendhilfeausschuss eingebracht. Danach wird eine Diskussion von Schülern mit den Kaarster Politikern zum festen Bestandteil des Schulbetriebs.
Wie gibt man der Kommunalpolitik für Jugendliche ein Gesicht? Diese Frage wurde in Kaarst schon höchst unterschiedlich beantwortet. Wirklich zufriedenstellend waren sie alle nicht. Die Junge Union hat deshalb über die CDU-Ratsfraktion einen Antrag in den Jugendhilfeausschuss eingebracht. "Wir wollen eine funktionierende Alternative zum Jugendparlament und anderen Formen der offenen Beteiligung von Jugendlichen an der kommunalen Politik", sagt Christian Götzen, Geschäftsführer der Jungen Union.
Geht es nach den Plänen der Union, dann werden sich Vertreter aller Ratsfraktionen – unabhängig von Wahlterminen – einmal jährlich im Rahmen des Politik- und Sozialkundeunterrichts einer Diskussion mit den Schülern stellen. Diese soll von den Lehrern mit den Schülern vorbereitet und moderiert werden. "Die Erfahrung zeigt, dass nur eine verbindliche Form der Beteiligung Früchte trägt. Das Interesse der Jugendlichen ist da, muss aber ein wenig gelenkt werden.
Wer soll mitmachen
Die CDU plant die Umsetzung ihres Antrags in den Schulen jeweils nur in einer Jahrgangsstufe. In den Gymnasien sollen etwa die Elftklässler, in den Realschulen und Hauptschulen die Stufe neun oder zehn das Projekt tragen und mit ihren Lehrern erarbeiten.
Die erfolgreiche Diskussionsrunde im Bebop im Mai des vergangenen Jahres anlässlich der Kommunalwahl war von Schülern des AEGs im Unterricht vorbereitet worden.
Mit dem Schritt in die Schule geht die Politik den richtigen Weg", ist CDU-Stadtverbandschef Lars Christoph überzeugt. Dabei gehe es keineswegs darum, eine CDU-Veranstaltung zu generieren. "Die Federführung würde das Jugendamt übernehmen, praktisch als neutrale Instanz. Dort liefen die Fäden zusammen, würden die Termine koordiniert", stellt CDU-Jugendexpertin Uschi Baum die Pläne vor.
Tatsächlich sind sogar die Grünen, die bisher immer das Jugendparlament als ihre präferierte Form der Jugendbeteiligung protegiert hatten, von den Unions-Plänen angetan. "Wir würden mitmachen. Schließlich ist alles gut und richtig, was Jugendliche und Politik näher zusammenbringt. Weiterhin werden wir aber an dem Jugendparlament als ständige Möglichkeit für junge Politik festhalten", sagt Grünen-Chef Christian Gaumitz.
Die JU will die Diskussionen an allen weiterführenden Schulen im Stadtgebiet etablieren, hat vorab bereits die Bereitschaft der Schulleiter abgefragt. Dort kennt man die Podiumsdiskussionen mit Politikern ja schon, allerdings immer nur im Wahlkampf. "Ich halte es grundsätzlich für eine gute Idee, wenn eine regelmäßige Form etabliert würde", sagt Brigitte Brinkmann, Schulleiterin am Albert-Einstein-Gymnasium. Ihre Kollegin Gisela Saßmannshausen ist aufgeschlossen, sieht dem Projekt aber enge Grenzen gesetzt.
"Die Lehrpläne im Politik- und Sozialwissenschaftsunterricht sind klar definiert. Der Kommunalpolitik kann nicht über Gebühr Raum beigemessen werden", so Saßmannhausen. JU-Geschäftsführer Götzen verspricht derweil alle Unterstützung. "Denn mit der Beteiligung der Jugendlichen wird Demokratie lebendiger."
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