Kaarst (NGZ). Der Stadtrat hat entschieden, dass im Kaarster Ratssaal demnächst ein Kreuz hängen soll. Der Künstler Burkhard Siemsen wird beauftragt, ein solches zu entwerfen. Die Entscheidung wird heftig diskutiert – nicht nur in der Politik.
Soll im Ratssaal demnächst ein Kreuz hängen oder nicht? Das ist die Frage, die in der Politik, auf Kaarster Straßen und im Internet momentan heftig und hoch emotional diskutiert wird. 66 Prozent der NGZ-Online-Nutzer waren bis gestern Abend der Meinung, dass kein Kreuz in den Ratssaal gehört. 34 Prozent fanden die Idee gut (Abstimmung: www.ngz-online.de/kaarst).
Der Stadtrat hat am Donnerstag einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion zugestimmt. Demnach soll der Künstler Burkhard Siemsen damit beauftragt werden, ein Kreuz für den Sitzungssaal zu entwerfen, unter dem das Gremium dann später tagt. Die Entscheidung, die von Bürgermeister Franz-Josef Moormann von jedem Ratsmitglied persönlich abgefragt wurde, fiel mit 23 Ja- zu 13 Nein-Stimmen aus. Sechs Ratsmitglieder enthielten sich. Am Ende der Ratssitzung herrschte eisige Stimmung.
Dabei war der Auslöser der Grundsatz-Debatte eigentlich ein Vorfall in Düsseldorf. 15 Jahre lang blieb das so genannte "Kruzifix-Urteil" des Bundesverfassungsgerichts ohne Folgen. Bis die Präsidenten des Land- und Amtsgerichtes Mitte Februar die Kreuze aus den Verhandlungsräumen entfernen ließen und eine landesweite Diskussion um christliche Symbole im öffentlichen Raum auslösten – auch in Kaarst. Weil der Ratssaal für die Stadt eine hohe Bedeutung habe, halte die CDU es für richtig und angemessen, mit der Gestaltung des Kreuzes einen anerkannten Künstler zu beauftragen, sagt Fraktionschefin Dorothea Zillmer. Die Grünen dagegen wollen, wenn nötig, gegen den Beschluss klagen.
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