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Kaarst: Die Krankenschwester kommt

VON CHRISTOPH PÜTZ - zuletzt aktualisiert: 26.10.2007 - 21:30

Kaarst (NGZ). Kaarst Eine Kinderkrankenschwester, die jede junge Kaarster Familie besucht, ein Begrüßungspaket mitbringt, als Ansprechpartnerin auch später jederzeit zur Verfügung steht - so war es für Kaarst geplant. Doch da die Verwaltung die Kosten falsch berechnet hatte, war das Thema erst einmal auf Eis gelegt worden.

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Das Arbeitspensum

In Kaarst gibt es rund 300 Geburten pro Jahr. Diese Zahl dient als Grundlage zur Berechnung des Arbeitsaufkommens der Krankenschwester. Das Jugendamt geht davon aus, dass der Zuschuss für den noch zu findenden freien Träger zirka 25 000 Euro jährlich ausmachen wird. In der Ratssitzung am 8. November will die CDU für ihren Antrag stimmen, dass die Kinderkrankenschwester durch einen freien Träger gestellt wird und nicht von der Stadt angestellt wird.

Das soll sich nun wieder ändern. Denn die CDU hat an einer Lösung gearbeitet, damit die Kinderkrankenschwester nun doch möglichst schnell Kaarster Familien besuchen kann. In der nächsten Ratssitzung am 8. November wird ein entsprechender Antrag eingebracht.

Im Kern geht es um Folgendes: Die Kindekrankenschwester soll nun nicht mehr fest bei der Stadt angestellt sein. Es soll auch keine Honorarkraft beschäftigt werden. Statt dessen setzen die Kaarster Christdemokraten darauf, einen freien Träger zu verpflichten.

„Die CDU-Fraktion beantragt in der kommenden Ratssitzung am 8. November, die Besuche von Eltern Neugeborener durch eine Kinderkrankenschwester zügig einzuführen - möglichst ab dem 1. Januar 2008“, machte CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Kallen gestern klar.

Dazu muss ein Beschluss des Jugendhilfeausschusses vom 5. Juni 2007 zur institutionellen Anbindung der Fachkraft beim Konzept „Begrüßungspaket für Eltern neugeborener Kinder“ geändert werden. „Für die Eltern Neugeborener Kinder in der Stadt Kaarst ändert sich dann gegenüber den bisherigen Plänen nichts“, erläutert Georg Schröder, Pressesprecher der CDU-Fraktion.

„Nach wie vor soll eine Kinderkrankenschwester mit einem Begrüßungspaket die Eltern Neugeborener besuchen und diesen auf Wunsch mit Rat und Tat in der frühen Kinderbetreuungsphase zur Seite stehen.“ Schröder bedauert den wahrscheinlich um drei Monate verzögerten Start des Angebots für junge Eltern.

„Die CDU-Fraktion hat diesen wichtigen Baustein im Präventionskonzept der Stadt Kaarst in ihrer letzten Haushaltsklausur beschlossen und wir halten daran fest, die Kinderkrankenschwester wird kommen“, so Ursula Baum, CDU-Ratsmitglied und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.

„Wir sind damals davon ausgegangen, dass wir eine Honorarkraft in der Verwaltung anstellen können, ohne den Stellenplan auszuweiten. Dies ist jetzt wohl aber so nicht möglich, wie von der Verwaltung in der letzten Jugendhilfeausschusssitzung mitgeteilt wurde.

Deshalb sollen die Besuche der Kinderkrankenschwester durch einen Träger der freien Wohlfahrtspflege oder anerkannten Träger der Jugendhilfe organisiert werden, der dafür von der Stadt einen Zuschuss erhält.

Persönlich hätte ich mir die Lösung mit der Stelle im Jugendamt zwar gewünscht, aber da unter anderem die CDU einen Haushaltsbegleitbeschluss gefasst hat, den Stellenplan der Stadt Kaarst nicht zu belasten, lässt sich dies nicht verwirklichen. Weil es aber schon jetzt sehr enge Kooperationen mit freien Trägern in der Jugendhilfe und in der Erwachsenenbildung gibt, sehen wir dies nicht als Problem an.“

Die Kaarster Grünen bringen für die kommende Ratssitzung ebenfalls einen Antrag ein: „Wir sprechen uns dafür aus, dass die Kinderkrankenschwester nicht durch einen freien Träger, sondern durch die Stadt beauftragt wird. Dafür sollte die Stadt eine Stelle einrichten - das könnte auch eine befristete bis zum Jahr 2008 sein“, erläutert Grünen-Chef Christian Gaumitz den Antrag.

Wäre es für einen freien Träger überhaupt prinzipiell interessant, den Auftrag „Kinderkrankenschwester“ zu übernehmen? Wolfgang Buck, Leiter des Familienforum Edith Stein, bejahte gestern auf Anfrage der NGZ diese Frage: „Ich kann mir gut vorstellen, dass mehrere Träger das Angebot püfen werden, sobald die Ausschreibung erfolgt.

Ein freier Träger könnte in mehrererlei Hinsicht davon profitieren. Wenn eine Kinderkrankenschwester im Einsatz ist, kann zum Beispiel auch über andere für die Familie hilfreiche Angebote des Trägers informiert werden.“ Zum Beispiel Mutter-Kind-Kurse, Ernährungsberatung und vieles mehr.

Quelle: NGZ


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