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Kaarst: Die Sternsinger kommen

VON ANNE RÜTTEN - zuletzt aktualisiert: 05.01.2011

Kaarst (NGZ). In ganz Kaarst sind dieser Tage rund 200 kleine Könige aus dem Morgenland unterwegs, um Häuser zu segnen und Geld zu sammeln. "Caspar", "Melchior" und "Balthasar" aus Büttgen erklären, was hinter der Tradition steckt.

Johannes (Caspar) und Matthias (Balthasar) Dönni ziehen mit Max Knoop (Melchior) derzeit als Sternsinger durch Büttgener Straßen.   Foto:  Michael Reuter
Johannes (Caspar) und Matthias (Balthasar) Dönni ziehen mit Max Knoop (Melchior) derzeit als Sternsinger durch Büttgener Straßen. Foto: Michael Reuter

Die Sternsingerzeit hat begonnen. Am Montag fand der zentrale Aussendungsgottesdienst für das Erzbistum im Kölner Dom statt. Mit dabei waren auch rund 30 kleine "Könige" aus der katholischen Gemeinde St. Aldegundis. Seit Dienstag laufen die Sternsinger durch die Büttgener Straßen, um den Segen Gottes in die Häuser zu bringen und Spenden für notleidende Kinder zu sammeln. Aber warum wird man das – Sternsinger? Wie sieht die Ausstattung aus und was steckt hinter der Tradition?

Die Geschwister Matthias und Johannes Dönni und der neunjährige Max Knoop sind schon zum zweiten Mal dabei. "Es macht uns viel Spaß, von Haus zu Haus zu ziehen, um den armen Kindern zu helfen", erklärt der ebenfalls neunjährige Johannes. Dass das Sternsingen auf eine biblische Geschichte zurückgeht, wissen die Drei genau: "Als Jesus geboren wurde, haben drei weise Könige aus dem Morgenland einen Stern gesehen, an dem sie erkannt haben, dass Christus auf die Welt gekommen ist", erzählt der elfjährige Matthias und Max ergänzt: "Dem Stern sind sie dann gefolgt, bis sie beim Jesuskind in der Krippe angekommen sind. Und sie haben ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe geschenkt."

Info

Dreikönigssingen

Das "Dreikönigssingen" ist die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren.

Sie wird getragen vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger".

Weltweit werden durch die Spendengelder rund 3000 Projekte für Kinder in 110 Ländern unterstützt.

An der ersten Sternsingeraktion 1959 beteiligten sich Sternsinger in 100 Pfarrgemeinden.

Dieser Tradition folgend ziehen die drei Kinder als die drei Weisen aus dem Morgenland verkleidet los: Johannes als Caspar, sein Bruder Matthias als Balthasar und Max als Melchior. "Wir haben jeder einen Umhang an. Die sind von der Gemeinde geliehen. Die Kronen haben wir beim ersten Treffen selbst gebastelt", erzählt Matthias stolz. "Außerdem nehmen wir einen Stern und die Sammelbüchse mit. Damit sehen wir dann aus wie richtige Könige, die Geld sammeln", erklärt Johannes.

Zu dritt gilt es, ein Gebiet bestehend aus jeweils sechs Straßen abzulaufen, den Segen mit Kreide an die Hauswand zu malen und um Spenden zu bitten. "Wir singen zuerst das Lied 'Wir kommen daher aus dem Morgenland' und schreiben dann den Segen an die Hauswand", erklärt Max das Prozedere. Was die Zeichen bedeuten, wissen die Drei auch: "Wir schreiben zwischen eine 20 und die 11 für dieses Jahr die Buchstaben "C+M+B". Die stehen für den lateinischen Begriff Christus Mansionem Benedicat, der übersetzt 'Christus segne dieses Haus' heißt", erklärt Matthias.

Johannes (Caspar) und Matthias (Balthasar) Dönni ziehen mit Max Knoop (Melchior) derzeit als Sternsinger durch Büttgener Straßen. Foto: Michael Reuter

Mit dem Tragen des Sterns und der Sammelbüchse und dem Schreiben der Zeichen wechseln sich die Kinder ab. Danach wird um Spenden gebeten. In diesem Jahr geht das Geld nach Kambodscha an Kinder mit Behinderungen. Kaplan Hendrik Huelz rechnet mit einem ähnlich guten Betrag wie im vergangenen Jahr: "In ganz Kaarst sind gut 200 Sternsinger unterwegs. 2010 haben wir mit der Sternsingeraktion rund 34 000 Euro an Spenden gesammelt." Bundesweit sammelten im vergangenen Jahr rund 500 000 Sternsinger 40,6 Millionen Euro. Am kommenden Sonntag findet zum Abschluss der Sternsingertage in Büttgen ein Sternsingergottesdienst statt, in dem auch Johannes, Matthias und Max noch mal als Caspar, Balthasar und Melchior auftreten.

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Johannes (Caspar) und Matthias (Balthasar) Dönni ziehen mit Max Knoop (Melchior) derzeit als Sternsinger durch Büttgener Straßen. Foto: Michael Reuter
Quelle: NGZ


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