Kaarst (NGZ). Kulturmanager Klaus Stevens will mit zwei Projekten Kaarster Bürger Kultur schmackhafter machen. Alle 150 Kunstwerke der Artothek werden digitalisiert und ins Internet gestellt. Und Montag wird ein Infoterminal aufgebaut, das übersichtlich alle Kunstwerke im Rathaus erklärt.
Kaarst Was eine Videothek ist, weiß jeder. Was eine Artothek ist, dagegen kaum jemand. In Artothek steckst das lateinische Wort „ars“, was Kunst bedeutet. In der Artothek können also nicht DVDs und Videos, sondern Kunstwerke ausgeliehen werden.
Das Problem: Offensichtlich ist die Nachfrage nach DVDs ungleich größer als nach Kunstwerken. Zumindest für die Kaarster Artothek, die gleich neben dem Stadtarchiv im Rathaus angesiedelt ist, gilt das. Rund 150 Kunstwerke sind dort untergebracht, können gegen eine Gebühr von drei Euro pro Monat ausgeliehen werden.
„Im vergangenen Jahr hatten wir 140 Ausleihen, in diesem Jahr sind es bis jetzt 110“, berichtet Dorothee Kraus, die bei der Stadtverwaltung im Bereich Kultur angestellt ist und unter anderem die Artothek betreut, sich um die Wünsche der Ausleiher kümmert.
Die Medienwerkstatt
Die Medienwerkstatt ist eine Abteilung des Technologiezentrums Glehn, in der rund 25 Mitarbeiter tätig sind. Die meisten von ihnen sind Ein-Euro-Jobber. Die maximale Beschäftigungszeit: neun Monate. In dieser Zeit erwerben die Teilnehmer meist umfangreiche Kenntnisse im Bereich Film, Foto und PC. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen sich nach der Mitarbeit in der Medienwerkstatt deutlich.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Samstag ein Interview mit Klaus Stevens.
Klaus Stevens, Kulturmanager der Stadt, will die Kaarster mehr für die Artothek begeistern: „Wir sind gerade dabei, alle 150 Kunstwerke zu digitalisieren. Die Fotos werden dann ins Internet gestellt und können bequem vom heimischen Rechner aus betrachtet werden“, erläutert er.
Er hofft, dass auf diese Weise mehr und vielleicht auch jüngeres Publikum kommt. Der Altersdurchschnitt der Ausleiher liegt zwischen 40 und 50 jahren. Über die Artothek wird regelmäßig diskutiert. Pro Jahr stellt die Stadt 5000 Euro zur Verfügung, von diesem Geld werden neue Kunstwerke gekauft.
Stevens, der ein Studium für Grafik, Design und Fotografie absolviert hat, nutzte seine eigene Profiausstattung, um die Fotos von den Kunstwerken zu machen und zu bearbeiten. Die Stadtverwaltung verfügt nämlich nicht über die notwendigen Geräte.
Projekt Nummer zwei wurde ebenfalls am Freitag vorgestellt: In Zusammenarbeit mit dem Technologiezentrum Glehn wurde ein Infofilm über die über 30 Kunstwerke erstellt, die auf allen Etagen des Kaarster Rathauses hängen. Dieser Film kann ab kommenden Montag über Touchscreen an einem Terminal gleich im EIngangsbereich des Rathauses angesehen werden.
„Der Besucher kann außerdem per Druck auf den Bildschirm die einzelnen Stockwerke anklicken und so eine virtuelle Führung durch das Rathaus machen“, erläutert Stevens. Seine Hoffnung: Nach der virtuellen Führung folgt in manchen Fällen auch eine tatsächliche Begehung und Besichtigung.
Die Kooperation mit dem Technologiezentrum hat sich übrigens in mehrfacher Hinsicht gelohnt - auch in finanzieller. Denn die Stadt Kaarst musste für die komplette Produktion der Info-DVD, die in dem Terminal abgespielt wird, nichts bezahlen.
Die Kosten werden von der ARGE übernommen, werden durch Ein-Euro-Jobs finanziert. Die Stadt steuerte Dienstleistungen hinzu - zum Beispiel die fotografische und organisatorische Arbeit von Stevens.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.