Reduzierte Ausbaukosten (NGZO). Die Telekom hat festgestellt, dass bereits Leerrohre von Kaarst nach Holzbüttgen und nach Vorst existieren. Damit reduzieren sich die Ausbaukosten von rund 300 000 auf knapp 100 000 Euro. Schnelles DSL ist so nah wie nie.
Die Kosten
Die Deckungslücken für einen Ausbau der Breitbandversorgung wurden von der Telekom im März dieses Jahres auf 150 000 Euro für Vorst und 134 000 Euro für Holzbüttgen geschätzt. Durch die gefundenen Leerrohre sieht die Rechnung nun so aus: Für Vorst reduziert sich der Betrag auf 35 000 Euro. Für den Ausbau in Holzbüttgen würden nur noch 63 000 Euro fällig.
Vorst/ Driesch Lange hat es gedauert. Doch das Ergebnis weckt Hoffnung: Die Telekom hat recherchiert und nun herausgefunden, dass überhaupt keine aufwendigen Bodenarbeiten nötig sind, um Vorst und Driesch mit schnellem DSL zu versorgen. Denn von Kaarst aus bis zu den beiden Ortsteilen existieren bereits seit vielen Jahren Leerrohre. "Bis vor kurzem wusste die Telekom selbst noch nichts von der Existenz dieser Rohre", sagt Amtsleiter Dieter Güsgen.
Seit diesem "Fund" ergeben sich nun ganz neue Möglichkeiten, um Vorst und Driesch möglichst zügig aus der Steinzeit der Datenübertragungstechnik in die Moderne zu katapultieren. Schon allein aus finanzieller Hinsicht: "Die Straße aufzureißen, hätte ungefähr 300 000 Euro gekostet", so Güsgen. Da nun diese aufwendigen Arbeiten nicht mehr nötig sind, reduziert sich dieser Betrag auf rund 100 000 Euro.
Gut 30 000 Euro sind noch aus dem Konjunkturpaket II übrig. Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat am Donnerstag vor, dieses Geld in den DSL-Ausbau zu investieren. Bleiben noch 70 000 Euro Deckungslücke. Güsgen ist optimistisch: "Ein Teil davon lässt sich sicherlich noch finanzieren. Vor allem dann, wenn möglichst viele Vorster und Driescher einen schnellen DSL-Anschluss in Auftrag geben." Denn je mehr Bürger sich beteiligen, desto interessanter wird es für die Telekom – oder auch für Drittanbieter – Geld in die Hand zu nehmen und die bei den Bürgern so begehrten Glasfaserkabel zu legen.
Auch die Kreiswerke Grevenbroich haben einen Teil dazu beigetragen, den DSL-Ausbau erschwinglicher als bisher zu machen. "Wir haben auf rund einem Kilometer Länge die Antoniusstraße in Vorst mit neuen Wasserleitungen ausgestattet", erläutert Wolfgang Maaßen, der für die Kreiswerke die Arbeiten in Vorst koordiniert. "Und auf Wunsch der Stadt haben wir bei dieser Gelegenheit gleich Leerrohre mit in den Boden gelegt." Die Stadt muss dafür zunächst nichts zahlen. Wenn die Rohre später dann genutzt werden, wird über die Kosten verhandelt.
Il-Sung Dröge, Sprecher der Initiative "Mehr Breitband für Kaarst", ist optimistisch: "Wenn die Glasfaserkabel gelegt werden, wird es kein langsames DSL in Vorst und Driesch mehr geben." Die Geschwindigkeit wird mindestens sechs Megabit pro Sekunde betragen – ausgenommen sind vielleicht einige Höfe, die sehr weit außerhalb liegen. Damit würden die neuen DSL-Leitungen die Daten dreißig Mal schneller als bisher transportieren.
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