Kaarst (NGZ). Der Neusser Steinbildhauer Jürgen Zaun hat ein Modell für eine Stele entworfen, die künftig am Bruchweg, in der Höhe des Pfarrzentrums, steht. Blickfang des Kunstwerks soll ein tonnenschwerer Riesen-Kieselstein sein.
Sieht aus, als sei ein tonnenschwerer Stein vom Himmel gefallen und – aus welchem Grund auch immer – kurz vor dem Aufprall einfach hängen geblieben. Der Eindruck täuscht. Noch ist es nur ein Modell, das im Hof vor der Werkstatt des Neusses Steinbildhauers Jürgen Zaun beim Betrachter für Staunen sorgt. Fünf filigrane Metallstäbe balancieren einen scheinbar massiven Trümmer auf ihren Spitzen. Der nachgebaute Kiesel wirkt echt, ist aber aus Styropor. Später, wenn das Kunstwerk vollendet ist, wird selbiger schlappe ein bis zwei Tonnen wiegen und majestätisch über dem Bruchweg, am Pfarrzentrum, schweben. Das ist der Plan, hinter dem wiederum eine große Idee steckt.
Der Künstler
Jürgen Zaun wurde 1959 in Neuss geboren.
1978: Abitur
1979 bis 1982: Ausbildung zum Steinbildhauer
Seit 1985: freischaffend als Bildhauer und Dozent tätig
1986: Anerkennung als Künstler, Fachhochschule Kunst und Design Köln
1993 bis 1996: Studium der Sozialarbeit an der FH Düsseldorf
Zaun unterrichtet Stein- und Bildhauerei in Kursen, Seminaren, Projekten und Workshops.
Mit Zauns Objekt soll Holzbüttgen in das Kunstprojekt des Kaarster Stelenwegs, der ja vom Rathaus aus letztlich alle Ortsteile erreichen soll, einbezogen werden. Der Förderkreis Holzbüttgen hat die Initiative "Kunst in Holzbüttgen" ins Leben gerufen und sich mit dem Kaarster Kulturmanager Klaus Stevens, dem Initiator des Stelenweges, Kunstexperte und VHS-Dozent Helmut Blochwitz und Künstler Jürgen Zaun in Verbindung gesetzt. Der Förderkreis will auch die Patenschaft des Kunstwerkes übernehmen. Nach der Sommerpause wird der "schwebende Kiesel" dem Kulturausschuss vorgestellt.
"Die geografische Mitte unserer Stadt liegt in Holzbüttgen, fast genau am Bruchweg", erklärt Förderkreis-Vorsitzender Franjo Rademacher die Grundidee. "Wir bemühen uns seit langem darum, dass unsere Stadt weiter zusammenwächst und gleichzeitig der Wert, die Wichtigkeit und das Besondere jedes Ortsteils anerkannt, erhalten und gepflegt wird." Dabei soll das Kunstwerk helfen. Jede Stadt, so Rademacher, sei so stark wie die Ortsteile, die sie tragen. "Bricht ein Ortsteil weg, kommt das ganze Gefüge ins Wanken."
Künstler Jürgen Zaun formuliert es so: "Die fünf dynamisch gebogenen Edelstahlrohre, jedes für sich in seiner Art einmalig, tragen gemeinsam das, was wir Stadt nennen, geben ihr Halt, Sicherheit und Gesicht." Der Riesenkiesel, der sich in seiner rundlichen Form nicht im Rheinland sondern eher im bayerischen Raum findet, symbolisiert demnach Kaarst.
Ein Statiker wird in den kommenden Tagen ausrechnen, wie schwer der Stein sein darf, damit ihn die Stele in ihrer jetzigen Entwurfsform überhaupt trägt. Gut 1,40 Meter Breite und circa 80 Zentimeter Höhe könnte er haben. Handwerker und Unternehmen aus Kaarst arbeiten gemeinsam an der Installation. Noch in diesem Jahr soll das Kunstwerk übergeben werden.
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