Kaarst (NGZ). Seit zehn Jahren arbeiten die Franziskanerinnen Schwester Monika Maria und Schwester Adeltrud im Kaarster Marienheim Hospiz. Sie sorgen dafür, dass im Haus nicht der Tod, sondern das Leben im Vordergrund steht.
Auch, wenn es sich im ersten Moment unpassend anhört: Im Marienheim Hospiz wird viel gelacht. Wirklich. Dass das so ist, also, dass in dem Haus, in dem schwer kranke Menschen in der Regel ihre letzten Tage verbringen, das Leben im Vordergrund steht, und nicht der Tod, ist zu großen Teilen der Verdienst zweier Frauen: Schwester Monika Maria und Schwester Adeltrud.
Schwester Monika Maria und Schwester Adeltrud sind Franziskanerinnen. Das Mutterhaus des Ordens der Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus steht in Aachen. Monika Maria und Adeltrud arbeiten und leben seit zehn Jahren in Kaarst. Im Hospiz an der Giemesstraße wohnen sie gemeinsam in einer kleinen Wohnung in der zweiten Etage. Monika Maria ist gelernte Krankenschwester und hat vor zwei Jahren die Seelsorge der "Gäste" – so werden Patienten im Marienheim Hospiz genannt – übernommen. Adeltrud hingegen stand ihr Leben lang in der Küche. Beide sind als junge Frauen einer Berufung gefolgt. Und beide sind im Hospiz-Alltag unersetzlich.
Die Serie
In der Kirche gibt es viele Möglichkeiten, sich haupt- und ehrenamtlich zu engagieren.
In der neuen Serie "Gottes Bodenpersonal" stellt die NGZ gläubige Menschen aus Kaarst vor, die in der Stadt, in ihren Gemeinden, wichtige Arbeit tun.
Ohne "Gottes Bodenpersonal" würde vieles auf Erden nicht funktionieren.
Die NGZ schaut den "fleißigen Helfern" über die Schulter.
Acht Betten hat das Kaarster Marienheim. Im Schnitt bleiben die "Gäste" drei Wochen. Manche erholen sich so gut, dass sie anschließend in ein Pflegeheim zurückverlegt werden können. Andere sterben nach nur wenigen Stunden. "Die Menschen, die hier her kommen, haben ganz unterschiedliche Konfessionen", sagt Schwester Monika Maria. "Katholiken, Evangelen, Buddhisten, Mohammedaner. Manche glauben auch an gar nichts. Für sie ist es vor allem wichtig, dass jemand da ist und zuhört." Schwester Monika Maria hält das aus. "Aber wenn junge Menschen sterben", sagt sie, "dann ist das schon schwer." Im Marienheim Hospiz hat es schon oft rührende Szenen gegeben. In der kleinen Kapelle im ersten Stock fanden bereits eine Taufe und eine Hochzeit statt.
Häufig sind es aber auch Kleinigkeiten, die den "Gästen" wichtig sind. Die frischen Bratkartoffeln von Schwester Adeltrud zum Beispiel. Oder ihre einmaligen Eintöpfe. Oder ein ganzes Kilo Erdbeeren zur Erdbeerzeit. "Wenn die Schmerzen bei den Menschen weg sind", sagt Adeltrud, "dann kommt der Appetit oft wieder. Wir versuchen, alle Wünsche zu erfüllen – soweit das in unserer Macht steht. Das hier ist zwar keine leichte Arbeit, aber man bekommt auch ganz viel zurück."
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.