Kaarst (NGZ). Thessa Küppers, Ehefrau des heimischen Erdbeerbauern Franz-Josef Küppers, kocht Obst zu Marmelade ein, seit sie denken kann. Der NGZ hat sie erklärt, worauf man beim Marmelademachen achten muss.
Die Redewendung "ans Eingemachte gehen" bedeutet so viel wie "an die Substanz gehen, die Substanz angreifen" und ist darauf zurückzuführen, dass früher Nahrungsmittel speziell für den Winter oder für Notzeiten eingekocht und haltbar gemacht wurden und als Reserve galten. Was heute nicht mehr unbedingt sein muss, kann aber immer noch Spaß machen und lecker schmecken. "Früchte einzumachen ist kinderleicht", weiß Thessa Küppers. Die Frau des heimischen Erdbeerbauern Franz-Josef Küppers kocht Erdbeeren und Äpfel zu Marmelade ein, seit sie denken kann.
Einkochen ist dasselbe wie einmachen und bezeichnet eine physikalische Methode, Lebensmittel durch Erhitzen und Luftabschluss zu konservieren. "Es ist aber nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Das kann jeder", ermutigt die 35-Jährige. Zum Einkochen eignet sich grundsätzlich jede Art von Früchten und auch Gemüse. Das Obst sollte aber grundsätzlich "hartreif" sein. Das bedeutet, es soll kurz vor der Vollreife stehen. "Wichtig ist, das Obst vorher gründlich zu waschen und dass das Glas und der Deckel sauber sind", erklärt Thessa Küppers. Je nach Obstsorte liegt die Temperatur beim Einkochen im Kochtopf bei 75 bis 90 Grad bei einer Dauer von etwa einer halben Stunde.
Geschichte
Die Erfindung des Einkochens geht auf eine Initiative von Napoleon Bonaparte zurück, der einen Preis von 12 000 Goldfranken für die Erfindung eines Konservierungsverfahrens für Lebensmittel aussetzte, um seine Truppen auf Kriegszügen besser versorgen zu können.
Den Preis gewann 1810 der französische Koch Nicolas Appert.
Feuchter, kalter Lappen
"Je nach dem, wie man seine Marmelade gern mag, eher stückig oder sämig, muss man beim Kochen rühren oder sogar pürieren", erzählt die Bauersfrau. Anschließend füllt man die heiße Marmelade in das dafür vorgesehene Marmeladenglas und schraubt den Deckel fest zu. "Am besten ist, wenn man unter den Boden des Glases einen feuchten, kalten Lappen legt, damit das Glas nicht wegen der Hitze zerspringt, und dann das Glas auf den Kopf stellt. So kann es keine Luft ziehen und ein Vakuum entsteht", erklärt Thessa Küppers.
Insgesamt dauert so ein Einkochprozess etwa eine dreiviertel Stunde. Und bei einem ganzen Kochtopf voll Marmelade kommen an die 20 Gläser Marmelade bei rum. "Es geht aber auch schneller. Mittlerweile kann man sogar in der Mikrowelle einkochen und auch der Backofen ist eine Option – die geht nur nicht unbedingt schneller als im Kochtopf", weiß die 35-Jährige.
Wegen der strengen Lebensmittelvorschriften kocht die Mutter von drei Kindern aber nur für die Familie Marmelade ein und nicht für den Hofladen. "Im Hofladen können die Kunden trotzdem Marmelade von unseren eigenen Erdbeeren kaufen, ich hab sie nur nicht selbst gemacht", erklärt sie. Der Trend gehe heute allerdings vielmehr zum Einfrieren, um etwas länger haltbar zu machen. Was schade sei. Denn: "Nichts schmeckt besser als selbst gemachtes Essen."
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