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Kaarst: Erdkabel Thema im Ministerium

VON JULIA HAGENACKER UND JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 04.01.2011

Kaarst (NGZ). Mit einer Liste gesammelter Protest-Unterschriften war "Pro Kabel Kaarst" beim Wirtschaftsminister. Grundstückseigentümer warnt die Bürgerinitiative vor schriftlichen Erklärungen gegenüber dem Netzbetreiber.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Marlies Lappe (v. l.), Petra Rabe und Helmut Becker zeigen dem CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling, wie nah die Hochspannungsleitung an der Wohnbebauung vorbei führt.    Foto:  jaz
Die Mitglieder der Bürgerinitiative Marlies Lappe (v. l.), Petra Rabe und Helmut Becker zeigen dem CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling, wie nah die Hochspannungsleitung an der Wohnbebauung vorbei führt. Foto: jaz

504 – das ist die exakte Anzahl der Unterschriften, die die Bürgerinitiative "Pro Kabel Kaarst" in den vergangenen Monaten gegen den Neubau einer 380-kV-Hochspannungsfreileitung über Kaarster Gebiet gesammelt hat. Gemeinsam mit Vertretern der Initiative Pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg wurde die Liste vor kurzem NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger überreicht, und im Februar soll es einen "Runden Tisch" bei Umweltminister Johannes Remmel geben. Auch an diesem wird "Pro Kabel Kaarst" sitzen. Der Kampf für eine unterirdische Führung der Leitung beziehungsweise eine Verlegung der Trasse geht also weiter.

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Sinn und Zweck

Der Neubau des Leitungsnetzes ist laut Amprion notwendig, um den Strom aus Windparks und Offshore-Anlagen vor der Nordseeküste weiter nach Süden zu transportieren.

Im Gesetz sind laut Amprion vier Erdkabel-Strecken vorgesehen, auf denen der Betreiber die Baukosten auf die Stromkunden umlegen kann.

Im April vergangenen Jahres hat der geplante Ausbau der Stromleitung zwischen Osterath und Kaarst von 220 auf 380 Kilovolt hat die Anwohner auf den Plan gerufen. Die neuen Strommasten sollen mit 50 Metern Höhe gut 20 Meter höher werden als die bisherigen. Initiativsprecherin Marlies Lappe und ihre Mitstreiter fürchten sogenannten Elektrosmog. Das Problem ist: Die Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf den Menschen sind erst in Ansätzen erforscht.

Der Beginn des Planfeststellungsverfahrens durch die RWETochter Amprion war eigentlich bereits für den Winter 2008/2009 geplant. Nun soll der Antrag im Lauf des Jahres 2011 eingereicht werden. Im Zuge der Vorbereitungen wurde bereits ein 200 Tonnen schwerer Transformator ins neue Umspannwerk in Osterath transportiert. Zwei weitere sollen in diesem Jahr folgen.

"Pro Kabel Kaarst" warnt derweil Grundstückseigentümer vor schriftlichen Einverständniserklärungen gegenüber dem Netzbetreiber. Amprion habe die Firma SAG aus Essen damit beauftragt, die Eigentümer der im Schutzstreifen der geplanten Leitung gelegenen Grundstücke einzeln und persönlich aufzusuchen und über eine Vereinbarung zu "verhandeln", sagt Initiativsprecherin und Juristin Marlies Lappe. Der Beauftragte komme mit vorgefertigten Verträgen, die nur noch unterschrieben werden sollen.

Amprion – davon sind die Erdkabelbefürworter überzeugt – will bereits vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens das Einverständnis der Eigentümer zur Errichtung von Hochspannungsleitungen erreichen und das Recht grundbuchrechtlich absichern. Marlies Lappe sagt: "Wer die vorgelegte Vereinbarung unterschreibt, kann im Planfeststellungsverfahren keine Einwendungen gegen die Planung mehr erheben. Wir raten dringend davon ab, denn wir wollen eine Erdverkabelung und keine Freileitung."

Quelle: NGZ


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