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Kaarst: Express von Kaarst nach Venlo

VON RUDOLF BARNHOLT - zuletzt aktualisiert: 15.01.2010 - 21:30

Kaarst (NGZO). Klappt die Finanzierung, verkehrt auf der Trasse zwischen Kaarst und Venlo zukünftig ein Regional-Express. Mit den recht umfangreichen Bauarbeiten könnte im zweiten Quartal 2013 begonnen werden.

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Regional-Express

Regional-Express-Züge fahren auf den zentralen Verkehrsachsen in NRW mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern. Dabei bieten moderne Loks und Fahrzeuge, häufig Doppelstockwagen, Platz und Reisekomfort. In vielen Ländern verkehren Regional-Express-Züge auf festgelegten Linien jede oder alle zwei Stunden im Rahmen eines integrierten Taktfahrplansystems.

Kaarst Es tut sich was in Kaarst: Zurzeit laufen Überlegungen, die Regio-Bahn über Kaarst bis nach Venlo in den Niederlanden weiterzuführen. Eine Machbarkeitsstudie vom TÜV Rheinland Grebner Ruchay Consulting in Düsseldorf liegt vor.

Die Anrainergemeinden bevorzugen Variante drei, die ein besonderes Bonbon auch für die Kaarster bietet: Zusätzlich zur Regio-Bahn soll auf dieser Trasse dann stündlich ein Regional-Express verkehren, der besonders schnell ist, wohl aber nicht an jedem Haltepunkt stehen bleibt. Als nächster Schritt soll in diesem Jahr eine so genannte standardisierte Bewertung in Auftrag gegeben werden. Hier wird untersucht, ob es aus volkwirtschaftlicher Sicht Sinn macht, in die Verlängerung der Regio-Bahn-Trasse zu investieren.

Schmidt sieht gute Chancen

Jürgen Schmidt vom TÜV Rheinland Grebner Ruchay Consulting in Düsseldorf sieht gute Chancen für das Projekt. Mit den Bauarbeiten könne möglicherweise im zweiten Quartal 2013 begonnen werden. Der nächste Haltepunkt von Kaarst aus würde dann an der alten B 7 im Kreuzungsbereich zur L 382 eingerichtet werden – eine recht aufwändige Sache, da der dort reichlich fließende Autoverkehr über die Bahnlinie geführt werden müsste. Dies klappe jedoch nur, wenn die Landesregierung die Maßnahme als vorrangig einstuft.

Genau dies ist der Knackpunkt für Dr. Christian Will aus Kaarst. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Regio-Bahn GmbH weiß, dass 85 Prozent der Baukosten, die mit rund 57 Millionen angesetzt wurden, als Zuschuss fließen werden. Das eigentliche Problem bestehe darin, die laufenden Kosten zu finanzieren. Bei geschätzten 1,2 Millionen Zugkilometern im Jahr sei eine regelmäßige Förderung durch Bund und Land in Höhe von rund zehn Millionen Euro pro Jahr erforderlich, um die Bahn betreiben zu können. "Das sehe ich als das Hauptproblem an angesichts der knappen Kassen", erklärte Dr. Will im Gespräch mit der NGZ. Ungeachtet dessen spricht er sich für eine Weiterführung der Trasse bis nach Venlo aus – das würde auch den Menschen in Kaarst nutzen: "Viersen beispielsweise ist eine ebenso attraktive Einkaufsstadt wie Neuss und wäre dann ebenso leicht zu erreichen."

Außerdem sollen im Bereich Venlo in den nächsten Jahren über 15 000 neue Jobs entstehen. Auch unter diesem Aspekt ist die ins Auge gefasste Verlängerung sinnvoll.

Für Ulrich Bergmann, Geschäftsführer der Regio-Bahn Fahrbetriebsgesellschaft und Prokurist der Regio-Bahn GmbH, steht fest: "Wir sind stark daran interessiert, unser Erfolgsmodell fortzuführen." Die Untersuchung unter volkswirtschaftlichem Aspekt könne sich hinziehen: "Bezüglich der Umsetzung ist in Jahren zu rechnen, es handelt sich um eine Zukunftsplanung." Dass in nächster Zeit die Bagger anrücken, sei nicht zu erwarten.

Quelle: RP

 
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