Kaarst (NGZ). Büttgen Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren moniert: Die Städtische Galerie in Büttgen hat unterm Zahn der Zeit gelitten, war keine repräsentative Räumlichkeit mehr. Das soll sich jetzt ändern. Die Städtische Galerie soll schöner werden - im Haushalt sind dafür 18 000 Euro vorgesehen.
Der Technische Beigeordnete Manfred Meuter erklärt, wozu dieses Geld verwendet wird. Im Mittelpunkt der Kritik steht der Rauputz, der durch glatten Putz ersetzt werden soll. Meuter wies auf eine Problematik in diesem Zusammenhang hin: „Der Rauputz war damals aus akustischen Gründen angebracht worden.“ Was aussieht, als hätte sich ein Lehrling im ersten Lehrjahr ausgetobt, macht also zumindest akustisch Sinn.
Die Konsequenz davon, dass dieser unansehnliche Putz nun verschwindet: Es muss an anderer Stelle etwas für die Akustik getan werden. Manfred Meuter machte einen entsprechenden Vorschlag: „Auf die Kassettendecke soll eine Lochdecke gesetzt werden.“ Die sieht aus wie ein Schweizer Käse in Weiß und verändert den Charakter des Raumes nicht unerheblich.
In diese Schmuckdecke eine Akustikdecke mit Löchern einzusetzen, dafür sprachen sich jetzt die Kulturausschuss-Mitglieder aus. Auf eine Veränderung der Decke wird lediglich dort verzichtet, wo Lampen installiert sind, weil sonst der Aufwand zu groß wäre.
Meuter erklärte, dass der Ersatz des Rauputzes durch glatten Putz und die Änderungen an der Decke für die veranschlagten 18 000 Euro zu machen seien - allerdings nicht so kurzfristig wie ursprünglich gedacht: „Wir sind durch die Hagelschäden in zeitliche Verzögerung geraten“, gab Meuter zu verstehen. 24 städtische Gebäude seien durch Hagel beschädigt worden.
Anneli Palmen (SPD-Fraktionsvorsitzende) regte an, die gemauerten Abgänge zum Kellergeschoss durch Glasabdeckungen zu ersetzen, um die Wände dahinter als Ausstellungsfläche nutzen zu können. Manfred Meuter schätzt die dadurch entstehenden Kosten auf rund 10 000 Euro.
„Haben wir einen Topf, aus dem wir das Geld nehmen könnten?“ Diese Frage richtete Anneli Palmen an Heinz Dieter Vogt als Kämmerer. Der erklärte folgendes: „Für Instandhaltung stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Technische Beigeordnete hat der Kämmerei bereits mitgeteilt, dass dieser Ansatz nicht ausreichen wird.“
Vogt verwies auch auf andere überplanmäßige Ausgaben wie beispielsweise durch die Stellenausweitung als Folge des Kinderbildungsgesetzes. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass es auch im Kulturbereich keinen entsprechenden „Topf“ gebe. Es sei eine politische Entscheidung, in Zeiten leerer Kassen 10 000 Euro für die Umgestaltung der beiden Mauern auszugeben.
Die Kulturausschuss-Mitglieder zeigten sich überwiegend zufrieden mit dem, was jetzt in der Städtischen Galerie passieren soll. „In unserer Fraktion fanden einige sogar den Rauputz gut“, so Dorothea Zillmer. Sie sah keinen Bedarf für eine Ausweitung der Ausstellungsmöglichkeiten durch bauliche Veränderungen. Sie kündigte an, dass die Fraktion eine entsprechende Entscheidung treffen werde.
Was Manfred Meuter ankündigte: „Der neue Glattputz wird einen deutlich höheren Erhaltungsaufwand mit sich bringen. Die Wände werden häufiger gestrichen werden müssen.“
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