Kaarst (NGZ). Kaarst (cs) In der FDP-Fraktion soll es 2009 einen Generationswechsel geben. Jochen Dürrmann kandidiert in zwei Jahren nicht mehr für den Rat, steht somit auch nicht mehr für den Fraktionsvorsitz zur Verfügung. Das erklärten die Führungsspitzen von Fraktion und Stadtverband nach einem Treffen der Fraktion und von Vorstandsmitgliedern, bei dem Halbzeit-Bilanz gezogen wurde.
Doch längere Zeit diskutierten die Liberalen auch über die Kritik und Rücktritte von Dr. Frank Lasogga und Volker Zachel. Die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden von Fraktion und Stadtverband hatten unter anderem einen Generationswechsel gefordert (NGZ berichtete). Dabei rückte besonders der Fraktionsvorsitzende in den Blick.
„Ich habe bereits zu meinem 70. Geburtstag öffentlich erklärt, dass ich bei der Kommunalwahl 2009 nicht mehr für den Rat kandidiere“, stellt Dürrmann (71) nach dem Treffen gegenüber der NGZ klar. Es habe keine Absprache gegeben, dass er zur Halbzeit intensiv darüber nachdenke, den Stab weiterzureichen. „Wir haben wohl vereinbart, zur Halbzeit über den Vorsitz zu sprechen. Das haben wir getan.“
Zudem hätten Partei und Fraktion längst den Generationswechsel im Blick: „Wenn ein Ratsmitglied ausfalle, kämen dafür sehr viel jüngere auf der Liste nach. „Mit seiner nochmaligen Erklärung zu seiner Zukunft hat Jochen Dürrmann deutlich gemacht, dass wir nicht durch die Kritik einiger aufgescheucht werden, sondern den Generationswechsel bereits planen“, so Stadtverbandsvorsitzender Hanno Wilsch gestern Abend.
„Ich habe Hochachtung für Jochen Dürrmann, der mit seiner Erfahrung und seinem Fleiß Jahrzehntelang viel für die Partei und die Stadt geleistet hat. Und ich habe das Gefühl, dass wir nach der heutigen Halbzeit-Bilanz gestärkt herausgegangen sind“, sagt Wilsch. „Es ist wichtig, dass wir junge, dynamische Leute in die Partei, den Vorstand und die Fraktion bekommen. Aber wir brauchen eine gesunde Mischung.
Der Altersdurchschnitt in der Bevölkerung steigt, auch die Älteren müssen weiter vertreten sein“, so Wilsch. Auf die Frage, warum der Generationswechsel nicht bereits jetzt umgesetzt wird, meint er: „Wir sind schon dabei, auf junge Parteikollegen zuzugehen und sie zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen.“ Verärgert war laut Wilsch die Runde, dass interne Auseinandersetzungen parteischädigend publik geworden seien. Wilsch: „Kritik muss es geben, aber das soll parteiintern ausgetragen werden.“
Eine Nachfolge nach den Rücktritten ist mittlerweile geregelt: Dr. Horst Blechschmidt übernimmt den stellvertretenden Fraktionsvorsitz.
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