Kaarst (NGZ). Kaarst Uralt-Ausrüstung, die den Schülern den Spaß am forschenden Lernen verderben kann - das soll es in den neun weiterführenden Schulen in Kaarst nicht mehr geben. Aus den negativen Erfahrungen mit dem Chemieraum im Albert-Einstein-Gymnasium, der mittlerweile auf dem neuesten stand ist, wurde offensichtlich gelernt: Politik und Verwaltung sind sich einig darüber, in die Fachräume großzügig zu investieren.
Der Zeitplan
In diesem Jahr wird in der Hauptschule Büttgen (Biologie, Physik) und dem Georg-Büchner-Gymnasium (Chemie) erneuert. 2009 stehen das Albert-Einstein-Gymnasium und das Georg-Büchner-Gymnasium auf dem Plan (beide Physik). 2010 werden Biologie-, Chemie- und Physikraum an der Kaarster Realschule erneuert. 2011 folgen die Bio-Räume in beiden Gymnasien. Im Jahr 2012 soll der Biologieraum an der Elisabeth-Selbert-Realschule auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden.
Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Dorothea Zillmer erläuterte: „Die Politik hatte im vergangenen Jahr der Verwaltung den Auftrag erteilt, zu prüfen, in welchem Zustand die jeweiligen Fachräume der Schulen sind.“ Die Verwaltung prüfte, legte eine Ergebnissliste vor. Damit war es schwarz auf weiß: Die meisten dieser Räume stammen aus längst vergangenen Dekaden.
Spitzenreiter in dieser Liste ist das Albert-Einstein-Gymnasium. Physik- und Biologiesaal wurden 1966 gebaut. Seit dem wurde nicht mehr investiert - und auch, wenn die Verwaltung einen gepflegten Zustand bescheinigt: Die Technik ist dem Alter entsprechend um Jahrzehnte zurückgeblieben. Auch aus Sicherheitsgründen muss an einigen Schulen etwas verändert werden. So hat die Stadt in der Elisabeth-Selbert-Realschule stark abgenutzte Schränke protokolliert und enge Fluchtwege moniert.
Zillmer berichtet: „Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, erst 2009 mit den Arbeiten anzufangen. Auch war auf der Liste das Albert-Einstein-Gymnasium nicht aufgeführt.“ Denn es hatte ja erst vor kurzem den neuen Chemieraum erhalten. Die Politik war aber anderer Meinung, verabschiedete im jüngsten Hauptausschuss einen entsprechenden Haushaltsbegleitbeschluss. Nun werden pro Jahr in je zwei Schulen die naturwissenschaftlichen Räume auf Vordermann gebracht. Außer im Jahr 2012, da stehen Arbeiten in nur einer Schule an.
SPD-Fraktionsvorsitzende Anneli Palmen erläuterte: „In den letzten Jahren hatte sich ein Investitionsstau aufgebaut - und der wird nun wieder abgebaut.“ Palmen wies darauf hin, dass weitere Arbeiten in den Schulen geboten seien: „Zum Beispiel die Heizungsanlagen in einigen Schulen. Die sind teils 30 Jahre alt, sind richtige Dreckschleudern.“
Zurzeit weiß niemand so genau, welche Schulen in den kommenden Jahren wegen Schülermangels geschlossen oder zusammengelegt werden müssen. Lohnt sich da eine so große Investition in eine Schule, die vielleicht in ein paar Jahren die Tore schließt? Zillmer hat da keine Bedenken: „Die Prognosen im Schulentwicklungsplan lassen nicht darauf schließen.“ Bei den weiterführenden Schulen sei die Situation anders als bei den Grundschulen.
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