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Kaarst: "Große Ernte sorgt für einen Preiskampf"

zuletzt aktualisiert: 10.10.2011

Kaarst (NGZ). Der Frühling war trocken, der Juli verregnet und zuletzt gab es Sommerwetter im Herbst. Die NGZ sprach mit dem Holzbüttgener Landwirt Franz-Josef Küppers über die diesjährigen Ernten und die daraus resultierenden Erträge für den Bauern.

Landwirt Franz-Josef Küppers aus Holzbüttgen.  Foto:  Lothar Berns
Landwirt Franz-Josef Küppers aus Holzbüttgen. Foto: Lothar Berns

Herr Küppers, wie haben sich die Wetterkapriolen auf die diesjährige Ernte der Landwirte ausgewirkt?

Franz-Josef Küppers Bis Anfang August haben wir noch mit Mindererträgen gerechnet. Vor allem beim Getreide gibt es Einbrüche, aber bei den Kartoffeln und dem Obst nahm es noch ein gutes Ende.

Sie sind also zufrieden.

Küppers Früher war man über eine große Ernte glücklich, denn alle wurden satt. Heute sorgt eine große Ernte dafür, dass die Preise auf ein Niveau sinken, von dem der Landwirt nicht mehr leben kann, wenn er keinen festen Vertrag mit einem Händler hat. Bei den Kartoffeln geht der Preis in diesem Jahr je nach Sorte bis auf fünf Cent pro Kilo herunter, man bräuchte aber mindestens 15 Cent. Bei fünf bis acht Prozent mehr Ertrag als normal bricht der Umsatz pro Hektar teilweise um die Hälfte ein.

Das klingt, als wäre der Bauer nie zufrieden.

Küppers Ich klage nicht, ich bin auch für den freien Markt. Eine etwas kleinere Ernte wäre eben besser, damit der Markt die Preise nicht mit Gewalt drückt. Ich möchte auch nicht, dass er durch die Politik reguliert wird. Der Verbraucher sollte aber auf die Qualität achten. Viele Supermärkte kaufen beim Großhändler ein und schreiben, dass die Ware direkt von Erzeuger käme. Der Kunde sollte darauf achten, dass der Name des Landwirts und der Region auf dem Etikett genannt werden.

Verlieren die Hofläden durch den Preiskampf ihre Kunden?

Küppers Ich denke sogar, dass die Menschen vermehrt im Hofladen einkaufen. Schließlich haben die Höfe die kürzesten Wege und garantieren damit die beste Frische. Außerdem sollte man auch vor dem Hintergrund des Umweltschutzes bedenken, ob das Obst aus Süditalien mit dem Lastwagen geliefert wird oder direkt aus der Region stammt. Die Devise sollte daher lauten: Dort kaufen, wo es wächst, zum Wohle der Umwelt und zum Vorteil für den Verbraucher und der ansässigen Landwirtschaft.

Stefan Reinelt führte das Gespräch.

Quelle: NGZ


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