Kaarst (NGZ). Kaarst Jetzt ist es sicher: Nach Jahren der Diskussion wird Wilhelm Schiefers Kunstwerk Brücken über den Nordkanal doch gebaut. Die Baugenehmigung wurde erteilt. Das Fundament soll noch in diesem Monat gegossen werden.
Künstler Wilhelm Schiefer erklärte am Freitag auf Anfrage der NGZ: „Wir haben 70 000 Euro Fördergelder des Landes erhalten. Die Auflage ist, dass die Hälfte davon schon in diesem Jahr ausgegeben werden muss.“ Das Fundament wird 48 000 Euro kosten - also 13 000 Euro mehr als die erforderlichen 35 000 Euro. „Beim Bau der Brücken werden wir uns allerdings die nötige Zeit nehmen“, so Schiefer. Das bedeutet: Voraussichtlich im Mai kommenden Jahres soll das Kunstwerk komplett fertig sein.
„Die Finanzierung steht zu 100 Prozent“, freute sich am Freitag Markus Albiez, Vorsitzender des Vereins Kunst am Bodendenkmal Nordkanal. Der Verein ist komplett für die Umsetzung verantwortlich: „Die Stadt unterstützt uns zwar organisatorisch, aber ausschließlich verantwortlich ist unser Verein“, erklärt Albiez.
Die Finanzierung
Da die Brücken nun rund zehn Prozent teurer werden, fällt ein Gesamtbetrag von ungefähr 132 000 Euro an. Die Anteile des Landes bleiben mit 83 000 Euro gleich, kommen nur aus einem anderen Fördertopf. 15 000 Euro trägt die Regiobahn, 5000 stellen die „Kaarster Künstler“ zur Verfügung. Der Rest wird durch Sponsorengelder abgedeckt. Sowohl Privatpersonen als auch Firmen haben sich an der Sponsorenaktion beteiligt.
Ursprünglich waren 120 000 Euro Kosten für den Bau des Kunstwerks veranschlagt worden. „Es wird nun rund zehn Prozent teurer“, erläutert Albiez. Der Grund: Zum einen die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte. „Außerdem ist Metall deutlich teurer geworden“, argumentiert Albiez. Metall? Die Brücken sollen doch aus Holz bestehen? „Das ist richtig, die einzelnen Holzelemente werden aber durch Metallträger verbunden“, löst Markus Albiez die vermeintliche Unstimmigkeit.
Der Fördertopf des Landes, aus dem 83 000 Euro kommen sollten, war zwischenzeitlich versiegt. Denn die Gelder konnten nicht abgerufen werden, da das Kunstprojekt vom Rat der Stadt Kaarst abgelehnt worden war.
Doch Albiez und seine Vereinskollegen ließen nicht locker: „Wir mussten wieder bei null anfangen. Nach einigen Recherchen haben wir einen neuen Fördertopf des Landes angezapft. Die gleiche Summe wie vorher wird nun aus dem Bereich Kulturförderung fließen.“ Dass nun das Kunstwerk rund zehn Prozent teurer wird, ist finanziell kein Problem: Es wurden nämlich zwischenzeitlich viele Kaarster Firmen und Privatpersonen gefunden, die sich mit Schiefers Brücken identifizieren und die durch Spenden das finanzielle Defizit ausgeglichen haben.
Wilhelm Schiefer war am Freitag erfreut darüber, dass nach so vielen Jahren nun doch noch seine Brücken verwirklicht werden: „Es hat nur funktioniert, weil sich viele Menschen dafür eingesetzt haben. So ist der Erste Beigeordnete Heinz Dieter Vogt zwei Mal mit ins Ministerium gefahren, um zu unterstützen“, so Schiefer.
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